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Arbeitskleidung Kühlhaus: Kälteschutz richtig wählen

Arbeitskleidung fürs Kühlhaus: Kälteschutz richtig wählen

Arbeitskleidung fürs Kühlhaus wählen Sie nach der gemessenen Innentemperatur und nach der Tätigkeit Ihrer Mitarbeiter. Im Frischelager bis −5 °C reicht leichter wattierte Kleidung mit Zwischenschicht, ab −5 °C und kälter ist EN 342 der Maßstab. So tragen Ihre Teams die Ausstattung gern, und Sie begründen die Auswahl bei jedem Audit fachlich sauber.

  • Im Tiefkühllager bei −18 bis −24 °C braucht der Körper EN-342-Kleidung mit zweilagiger Thinsulate-Isolierung.
  • EN 342 zertifiziert nur den Kleidungskörper, Handschuhe brauchen EN 511 und Sicherheitsschuhe die CI-Kennzeichnung.
  • Baumwolle als Basisschicht und Schuhe ohne Platz für Thermosocken lassen selbst zertifizierte Kälteschutzkleidung ungetragen im Spind liegen.
  • Kühlhausjacken und Gefrierhaushosen gibt es bei Kolzen in eigenen Schnitten für Kommissionierer und Staplerfahrer, Preise auf Anfrage.

Arbeitskleidung im Kühlhaus: Welche Ausstattung passt zu welchem Temperaturbereich?

Die Innentemperatur Ihres Lagers bestimmt jedes Teil der Ausstattung, vom Funktionsshirt bis zum Stiefel. Je kälter die Zone, desto stärker wattiert die Außenschicht und desto dichter der Schutz an Kopf und Händen.

BekleidungsteilFrischelager 0 bis −5 °CTiefkühllager −18 bis −24 °C−30 °C und kälter
BasisschichtFunktionsshirt aus Polyester oder Merino-MixLange Funktionsunterwäsche, Ober- und UnterteilLange Funktionsunterwäsche, Ober- und Unterteil
ZwischenschichtFleece oder KühlhauswesteSteppweste oder FleecejackeSteppweste und Fleece kombiniert
Jacke oder OverallLeichter wattierte KühlhausjackeJacke oder Overall, mittelstark wattiertStark wattierter Overall oder Parka
HoseWattierte KühlhaushoseGefrierhaushose oder LatzhoseLatzhose oder Overall
KälteschutzhandschuheLeicht gefüttertAuf Grip und Nässe abgestimmtDick gefüttert
KopfThermomützeDoppelt gestrickte Mütze oder KälteschutzhaubeSturmhaube mit Gesichtsschutz
SchuheSicherheitsschuh mit CI-KennzeichnungCI-IsolierstiefelCI-Isolierstiefel mit Lammfellfutter

Wattierungsstärke richten Sie nach der tatsächlich gemessenen Innentemperatur aus. Der Sollwert auf dem Display der Kälteanlage reicht dafür nicht. Wo Tauwasser anfällt, zahlen sich wasserfeste Latzhosen aus, die Ihre Mitarbeiter auch beim Knien auf feuchtem Boden trocken halten.

Für die beiden kälteren Zonen gibt Ihnen die Kühl- und Gefrierhauskleidung bei Kolzen eine belastbare Grundlage: Die zertifizierte Kleidung ist für Umgebungstemperaturen bis −49 °C ausgelegt. Die Isolierung kombiniert eine Polyesterwattierung mit zweilagiger 3M-Thinsulate-Insulation. Laut Hersteller wärmt das Material auch nach acht Stunden Arbeit im Gefrierhaus zuverlässig. Die passenden Einteiler für Tiefkühl- und Extrembereiche finden Sie in der Kategorie Kühlhausoveralls im Kolzen-Shop.

EN 342, EN 511 und CI: Was die Kennzeichnung auf dem Etikett bedeutet

Die Kälteschutznorm für Jacke, Hose und Overall gilt für ein- oder zweiteilige Systeme bei −5 °C und kälter. Sie bezieht neben der Kälte auch Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit ein. Handschuhe und Sicherheitsschuhe deckt sie nicht ab, dafür gelten eigene Prüfnormen mit eigenen Kennziffern.

NormKennzifferBedeutung für Ihre Auswahl
EN 342Wärmeisolation (Icler), PflichtGibt an, bis zu welcher Temperatur die Kleidung bei bestimmter Aktivität und Tragedauer schützt
EN 342Luftdurchlässigkeit, Pflicht, 3 KlassenZeigt, wie gut der Stoff kalte Luftbewegung abhält
EN 342Wasserdichtheit, optionalRelevant bei Tauwasser und Reinigungsarbeiten
EN 5111. Ziffer: Konvektionskälte, Stufe 0 bis 4Isolation gegen kalte, durchdringende Luft
EN 5112. Ziffer: Kontaktkälte, Stufe 0 bis 4Schutz beim Greifen kalter Ware und Oberflächen
EN 5113. Ziffer: Wasserdichtheit, 0 oder 11 bedeutet: nach 30 Minuten kein Wasser eingedrungen; X bedeutet: nicht geprüft
EN 511 mit EN 388Mechanische MindestwerteJeder Kälteschutzhandschuh erreicht mindestens EN 388 Level 1, ab Konvektionsstufe 2 Level 2 bei Abrieb und Weiterreißen
EN ISO 20345CIKälteisolierung der Sohle gegen den kalten Boden, freiwillige Zusatzanforderung zur Zehenschutzkappe mit 200 Joule

Der Icler-Wert übersetzt die Laborprüfung in Ihren Arbeitsalltag: Ein Icler-Wert von 0,390 schützt bei leichter Bewegung acht Stunden lang bis −8 °C. Gemessen wird er an einer Testpuppe mit Wärmesensoren, die definierte Referenzunterwäsche trägt. Für Kühlräume, die nie unter −5 °C fallen, ist EN 14058 die passende Norm. Sie verlangt keine Prüfung der Luftdurchlässigkeit.

Viele Produktseiten nennen die Normkennzeichnung, aber nicht den konkreten Icler-Wert. Die Kennzeichnung ist bereits Ihre verlässliche Grundlage für die Kaufentscheidung, denn sie belegt das bestandene Prüfverfahren. Benötigen Sie den Zahlenwert für Ihre Gefährdungsbeurteilung, fordern Sie das Datenblatt bei der Angebotsanfrage gleich mit an.

Zwiebelprinzip: So bleibt der Schichtaufbau warm und trotzdem beweglich

Drei Schichten mit klarer Aufgabe halten Ihre Mitarbeiter warm und trocken. Das Zwiebelprinzip funktioniert nur, wenn jede Schicht Feuchtigkeit nach außen weitergibt:

  • Basisschicht: Funktionsunterwäsche aus Polyester oder Merino-Mix, die Schweiß von der Haut wegleitet.
  • Zwischenschicht: Fleece oder Steppweste, die ruhende Luft als Wärmepolster speichert.
  • Außenschicht: zertifizierte Kälteschutzjacke mit Hose oder Overall als Schutz gegen Kälte und Luftzug.

Ein Kommissionierer trägt ein Baumwoll-T-Shirt unter seiner Kälteschutzjacke. Er hebt Kartons, läuft Gänge ab und schwitzt. Die Baumwolle saugt sich voll und bleibt nass. Wenn er nach der Pause zurück ins Tiefkühllager geht, kühlt ihn das feuchte Shirt innerhalb von Minuten aus, obwohl die Jacke normgerecht ist. Atmungsaktivität jeder Schicht entscheidet, ob Ihre Investition wirkt.

Bewegungsfreiheit hängt am Schnitt. Staplerfahrer sitzen die meiste Zeit und brauchen eine Hose ohne einengende Wattierung an der Sitzfläche. Kommissionierer bücken sich und greifen in Regale, für sie zählt Beinfreiheit an Knie und Hüfte. Pro Tätigkeitsgruppe planen Sie eine eigene Hose ein.

Welche Modelle im Kolzen-Shop zu welchem Einsatzfall passen

Für Oberkörper und Beine führt Kolzen Modelle, die sich nach Bewegungsart unterscheiden. Kommissionierer im Tiefkühllager statten Sie mit einer Gefrierhausjacke und einer Hose aus, die Beinfreiheit beim Bücken lässt. Für Ihre Staplerfahrer ist die TEMPEX COMFORT Staplerfahrer Plus Gefrierhaus Hose gedacht, eine speziell für Gefrierhäuser entwickelte Kälteschutzhose. Parkas, Latzhosen und weitere Schnitte für beide Gruppen sehen Sie in der Kategorie Kühlhausjacken.

Für Bereiche um −30 °C und kälter wählen Sie einen Einteiler ohne Kältebrücke an der Taille. Overalls für −58 °C sind im Sortiment enthalten, mit atmungsaktivem, schmutzabweisendem Oberstoff aus Oxford-Polyester für den strapazierfähigen Dauereinsatz.

Bei den Handschuhen richten Sie die Wahl nach der Tätigkeit aus. Touchscreenfähige Modelle erlauben Ihren Kommissionierern, Scanner und Handhelds zu bedienen, ohne die Hände freizulegen. Wasserdichte Varianten eignen sich für Bereiche mit Tauwasser oder Reinigung. Für lange Aufenthalte bei Extremkälte ergänzen dick gefütterte Modelle und Lederhandschuhe das Sortiment.

Die Kopfbedeckung stufen Sie nach der Zone ab. Im Frischelager reicht eine Wintermütze mit Thinsulate-Futter. Ab −30 °C schützt eine Sturmhaube das Gesicht. Dazwischen liegen doppelt gestrickte Mützen und Kälteschutzhauben.

Bei den Schuhen führt Kolzen Sicherheits-Isolierstiefel mit Lammfellfutter, die neben der CI-Kennzeichnung auch Rutschhemmung nach SRC und ein wasserabweisendes Obermaterial nach WRU tragen. Arbeiten Ihre Leute im Wechsel zwischen Kälte- und Hitzebereichen, wählen Sie einen Stiefel mit CI- und HI-Kennzeichnung, der beide Extreme abdeckt. Preise und Mengenstaffeln erhalten Sie auf Anfrage. Senden Sie Ihre Bedarfsliste, und Sie bekommen ein Angebot für das komplette Team.

Lebensmittelbetrieb oder Energieversorger: Zusatzanforderungen je nach Branche

Lebensmittel- und Tiefkühllogistik

Im Lebensmittelbetrieb regelt DIN 10524 die Hygieneanforderungen an Arbeitskleidung in drei Risikoklassen. Bei unverpackten, leicht verderblichen Lebensmitteln steigen die Anforderungen deutlich. Keimhemmende Oberstoffe in hellen Farben verlangt die Norm. Kopfbedeckungen müssen wasch- und desinfizierbar sein. Bei hohem Risiko sind nur Innentaschen zulässig, damit nichts in die Ware fällt.

Für diese Bereiche führt Kolzen eine eigene Hygiene-Linie: Von der Gefrierhausjacke bis zum Isolierstiefel gibt es helle Varianten in Weiß oder Grau. Wo Stapler fahren, erhöhen Sie die Sichtbarkeit mit Gefrierhausjacken, die Neon-Warnelemente tragen. Das Scotchlite-Reflexband einzelner Kollektionen verbessert die Sichtbarkeit bei diffusem Licht. Eine Zertifizierung nach EN ISO 20471 ist damit jedoch nicht verbunden.

Energieversorger und Stadtwerke im Außeneinsatz

Draußen kommen Nässe und Wind zur Kälte hinzu. Die DGUV-Regel 112-189 verpflichtet Arbeitgeber, dafür passende Ausrüstung bereitzustellen. Auf Straßen und Baustellen gehört Warnschutz nach EN ISO 20471 dazu. Bei Arbeiten unter Spannung fordert die Gefährdungsbeurteilung zusätzlich Störlichtbogenschutz nach IEC 61482-1-2 in Klasse APC1 oder APC2. Der Markt deckt diese Kombination mit Multinorm-Systemen ab. Alle Gefährdungen nennen Sie in Ihrer Anfrage, damit Sie ein passendes Gesamtpaket erhalten.

Multinorm: Ein Kleidungsstück erfüllt mehrere Schutznormen gleichzeitig, zum Beispiel Störlichtbogen- und Warnschutz. So tragen Ihre Mitarbeiter eine Jacke, die mehrere Gefährdungen abdeckt, und müssen keine Schichten mit unterschiedlichen Zertifikaten kombinieren.

Aufenthaltsdauer, Aufwärmzeiten und typische Beschaffungsfehler vermeiden

Die Kleidung ist ein Baustein Ihrer Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz. Die geregelte Aufenthaltsdauer ist ein zweiter. PSA stellen Sie kostenfrei als Arbeitgeber bereit. Für Expositionszeiten und Aufwärmpausen je Kältebereich gibt Ihnen die DIN 33403-5 Orientierung. Feste Zeitfenster für Pausen legen Sie fest. Wer nicht bis zur Erschöpfung durchhalten muss, trägt seine Kälteschutzkleidung konsequenter und meldet sich seltener krank.

Vor der Bestellung klären Sie vier Punkte, denn aus diesen Angaben leiten Sie Wattierungsstärke und Schnitt direkt ab:

  • Tatsächliche Innentemperatur des Lagers, gemessen an mehreren Stellen
  • Aufenthaltsdauer pro Schicht im Kältebereich
  • Anteil von Bewegungsarbeit gegenüber Stehen oder Sitzen
  • Nässe durch Reinigung oder Tauwasser

Häufige Fehlkäufe entstehen an den Rändern der Ausstattung, dort, wo sich die Planung vor allem auf Jacke und Hose konzentriert:

  • Eine Baumwoll-Basisschicht macht die beste Jacke wirkungslos.
  • Fehlende Handschuhe oder Mützen führen dazu, dass Mitarbeiter über Hände und Kopf auskühlen.
  • Wer in einer zu warm gewählten Jacke schwitzt, hängt sie an den Haken.

Mit der Checkliste oben und Funktionsunterwäsche als festem Bestandteil jeder Garnitur vermeiden Sie alle drei Fälle, bevor die erste Beschwerde aus dem Lager kommt.

Faustregel für Schuhe: Bestellen Sie eine Nummer größer als im Sommer, damit dicke Thermosocken hineinpassen. Isolation entsteht durch ein Luftpolster, und gequetschte Zehen frieren schneller.

Vom Datenblatt zur fertigen Bestellliste

Die Passung des Gesamtsystems entscheidet über den Schutz, nicht das teuerste Einzelteil. Musterteile zuerst bestellen Sie in zwei bis drei Größen und testen diese eine Schicht lang. Nach diesem Test steht Ihre Bestellliste auf festem Boden. Gleichen Sie sie anschließend mit der Kolzen-Beratung ab und fordern Sie Ihr Angebot für das ganze Team an.

Häufige Fragen zur Arbeitskleidung im Kühlhaus

Dürfen Mitarbeiter ihre private Winterjacke im Kühlhaus tragen?

Nein, als Ersatz für die Schutzkleidung nicht. Private Winterjacken tragen in der Regel keine EN-342-Kennzeichnung, und die PSA stellen Sie als Arbeitgeber bereit. Eigene Funktionsunterwäsche als Basisschicht ist dagegen möglich, solange sie Schweiß ableitet und keine Baumwolle enthält.

Reicht eine Kälteschutzjacke mit Hose oder ist ein Overall die bessere Wahl?

Für Wechselarbeitsplätze ist die Kombination aus Jacke und Hose praktischer, weil Ihre Mitarbeiter die Jacke im Warmbereich ablegen. Ein Overall schließt die Kältebrücke an der Taille und eignet sich für lange Aufenthalte ab etwa −30 °C.

Wie oft muss Kälteschutzkleidung ausgetauscht werden und woran erkennt man Verschleiß?

Tauschen Sie Kälteschutzkleidung aus, sobald die Wattierung verklumpt oder dauerhaft flach gedrückt ist. Weitere Zeichen sind offene Nähte, defekte Reißverschlüsse und durchgescheuerte Handschuhe. Waschen Sie nach Pflegeetikett und lagern Sie die Teile trocken und unzusammengepresst.

Welche Ausstattung brauchen Besucher oder kurzfristige Aushilfen im Kühlhaus?

Genau den Umfang, den Ihre Gefährdungsbeurteilung für ihre Aufenthaltsdauer vorsieht. Für kurze Besuche halten Sie einen Pool aus Jacken, Handschuhen und Mützen in Standardgrößen bereit. Aushilfen mit voller Schicht erhalten die gleiche Ausstattung wie Ihr Stammpersonal.

Kann man Kälteschutzkleidung mit Firmenlogo veredeln lassen, ohne die EN-342-Zertifizierung zu verlieren?

Ja, Kolzen veredelt Arbeitskleidung per Druck oder Stickerei mit Ihrem Firmenlogo. Stimmen Sie Position und Verfahren bei der Anfrage ab, damit die Isolierlagen und wasserdichte Schichten unversehrt bleiben. Im Zweifel bestätigt der Hersteller, welche Veredelung mit dem Modell verträglich ist.

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