DEHNcare ArcFit HLP 63: HighEnd Störlichtbogenschutz | DEHN
DEHNcare ArcFit HLP 63: Maximaler Schutz bei extremen Störlichtbogen-Risiken
Bei Wartungs-, Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten an elektrischen Starkstromanlagen zählen Störlichtbögen zu den gefährlichsten Unfallrisiken. Innerhalb von Millisekunden entstehen extreme Hitze, Druckwellen und glühende Partikel. Die persönliche Schutzausrüstung gegen die thermischen Gefahren eines Lichtbogens (PSAgS) DEHNcare ArcFit HLP 63 von DEHN SE setzt genau hier als High-End-Lösung an. Bestehend aus Jacke, Hose und Mantel bietet das System zertifizierten Schutz der Kategorie III selbst unter anspruchsvollsten Einsatzbedingungen.
Einsatzbereiche und Zielgruppen
Arbeiten und Schalthandlungen an elektrischen Anlagen
Die Schutzkleidung DEHNcare ArcFit HLP 63 wurde speziell für temporäre Schalthandlungen sowie Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an Nieder- und Mittelspannungsanlagen konzipiert. Überall dort, wo thermische Gefahren durch Störlichtbögen im Fehlerfall nicht vollständig ausgeschlossen werden können, minimiert die PSAgS das Risiko schwerer Verbrennungen.
Industrielle Energieversorgung und EVU-Netze
Typische Einsatzorte finden sich in Schaltanlagen von Energieversorgungsunternehmen (EVU), großen Industrie- und Produktionsnetzen sowie Rechenzentren und Umspannstationen. Durch die Konzeption als funktionale Überziehkleidung lässt sich das Set schnell und unkompliziert vor dem Betreten von Gefahrenzonen überziehen.
Ergänzende Schweiß- und Werkstattarbeiten
Dank der integrierten Zertifizierung für Schweißverfahren eignet sich die Kleidung auch für Umgebungen, in denen neben elektrischen Risiken Funkenflug, Metallspritzer oder Flammenkontakt auftreten können.
Die zentralen Vorteile der DEHNcare ArcFit HLP 63
Hervorragendes Schutzniveau bis 63 cal/cm²
Mit einem thermischen Kennwert von ATPV = 63 cal/cm² und einem ELIM-Wert von 58 cal/cm² schützt das System vor massiver Hitzestrahlung. In Anlehnung an EN 61482-1-2 wurde das Gewebe mit einer erhöhten Lichtbogenenergie von Warc = 630 kJ getestet und erfüllt die Anforderungen der Störlichtbogen-Schutzklasse APC 2 sowie nach ASTM F1959 das Niveau PPE 4.
Durchdachtes Überziehkonzept für höchste Flexibilität
Jacke, Mantel und Hose sind so geschnitten, dass sie bequem über der normalen Arbeitskleidung getragen werden können. Für maximale Flexibilität im Arbeitsalltag steht zudem ein Mantel zur Verfügung, der für temporäre Schaltprozesse schnell angelegt werden kann (in Kombination mit schutzgleicher Beinbekleidung).
Umfassender Multi-Norm-Schutz
Statt auf Einzellösungen zu setzen, deckt die DEHNcare ArcFit HLP 63 mehrere Schutzfunktionen gleichzeitig ab: Neben Störlichtbogenschutz bietet sie definierte Barrieren gegen Hitze, Flammen, elektrostatische Aufladung, flüssige Chemikalien sowie verbesserte Sichtbarkeit bei mittleren Risiken.
Zertifizierungen und Normen im Überblick
Die DEHNcare ArcFit HLP 63 erfüllt als PSAgS der Kategorie III gemäß PSA-Verordnung (EU) 2016/425 alle relevanten europäischen und internationalen Normen:
Störlichtbogenschutz
- IEC 61482-2:2018: Schutzkleidung gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens (Störlichtbogen-Schutzklasse APC 2, ATPV 63 cal/cm², ELIM 58 cal/cm², Box-Test 7 kA / 500 ms).
- ASTM F1959 / F1959M: Standardprüfverfahren zur Bestimmung der Störlichtbogenfestigkeit (ATPV 63 cal/cm², PPE 4).
Hitze-, Flammen- und Schweißerschutz
- EN ISO 11612:2015: Schutz gegen Hitze und Flammen (Leistungsstufen: A1 / B2 / C2 / F2).
- EN ISO 11611:2015: Schutz für Schweißen und verwandte Verfahren (Klasse 2, A1).
Elektrostatik, Chemikalien und Sichtbarkeit
- EN 1149-5:2018 (bzw. EN 1149-5:2008): Elektrostatische Ableitfähigkeit zur Vermeidung zündfähiger Entladungen (vollständig geerdetes System erforderlich).
- EN 13034:2005 + A1:2009: Eingeschränkte Schutzleistung gegen flüssige Chemikalien (Typ PB [6]).
- EN 17353:2020: Schutzkleidung für erhöhte Sichtbarkeit in mittleren Risikosituationen (Typ B3).
- EN ISO 13688:2013: Allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung.
Technische Eigenschaften und Materialmerkmale
Mechanische Beständigkeit und Chemikalienresistenz
Die Prüfergebnisse gemäß EN 13034 belegen eine hohe Robustheit gegenüber mechanischen Einflüssen sowie flüssigen Chemikalien:
- Mechanische Belastbarkeit: Zugfestigkeit Klasse 5, Nahtfestigkeit Klasse 4, Weiterreißfestigkeit Klasse 3, Abrieb- und Durchstichfestigkeit jeweils Klasse 2.
- Chemikalienabweisung: Klasse 3 für 30 % H₂SO₄, 10 % NaOH und 100 % 1-Butanol; Klasse 2 für 100 % o-Xylen.
- Chemikaliendurchdringung: Klasse 3 für 30 % H₂SO₄ und 10 % NaOH; Klasse 2 für 1-Butanol; Klasse 1 für o-Xylen.
Ergonomie und Passform
Um die geforderte Schutzwirkung mit Praxistauglichkeit zu verbinden, bietet der Schnitt ausreichend Bewegungsfreiheit ohne störende Materialstauung. Verschlussleisten und Bündchen sind so konstruiert, dass sie im geschlossenen Zustand eng anliegen und das Eindringen von Funken oder Gasen verhindern.
Wichtige Anwendungs- und Pflegehinweise
Richtige Handhabung im Einsatz
- Vollständigkeit: Die Kleidung muss während des Einsatzes stets vollständig geschlossen getragen werden.
- Zusatzausrüstung: Für einen vollumfänglichen Schutz müssen immer passende Ergänzungen getragen werden (z. B. Störlichtbogen-Schutzhelm mit Visier, Schutzhandschuhe und geeignetes Sicherheitsschuhwerk).
- Unterbekleidung: Unter der Schutzkleidung darf keine Kleidung aus schmelzenden Synthetikfasern (wie Polyamid, Polyester oder Polyacryl) getragen werden.
- Einsatzgrenzen: Die Kleidung schützt vor Hitze- und Strahlungseinwirkungen, ist jedoch keine isolierende Schutzkleidung gegen direkte elektrische Körperdurchströmung gemäß EN 50286. Bei Arbeiten an sich bewegenden Maschinenteilen darf sie wegen Verfangungsgefahr nicht getragen werden.
Pflege, Wäsche und Werterhalt
- Waschtemperatur: Bis zu 60 °C (Haushaltspflege mildes Verfahren oder industrielle Textilpflege PRO 8).
- Waschhinweise: Separat waschen, Trommel nur zu zwei Dritteln beladen, keine optischen Aufheller und keine Weichspüler verwenden.
- Nachimprägnierung: Der Schutz gegen flüssige Chemikalien nach EN 13034 nimmt durch Wäsche ab. Bei jedem 5. Waschgang ist eine Fluorcarbon-Nachimprägnierung mit anschließender thermischer Aktivierung erforderlich (idealerweise über eine professionelle Textilpflege).
- Instandhaltung: Beschädigungen oder offene Nähte dürfen ausschließlich von autorisierten Fachbetrieben mit Originalmaterial repariert werden.