Flammhemmende Kleidung: Materialien & Normen im Überblick
Flammhemmende Kleidung: Materialien, Schutz & Auswahl
Mit flammhemmender Kleidung sind Ihre Mitarbeiter geschützt, weil das Gewebe nach Flammenkontakt von selbst verlischt und die Haut vor Verbrennungen abschirmt. Für Ihre Beschaffung zählen zwei Fragen: Steckt die Flammhemmung in der Faser oder wurde sie nachträglich aufgebracht, und welche Zusatznormen verlangt Ihr Einsatzbereich?
Inhärente Fasern behalten ihren Flammschutz dauerhaft, ausgerüstete Baumwolle kann durch Weichspüler nachlassen.
Schweißarbeiten brauchen EN ISO 11611, Ex-Zonen zusätzlich EN 1149-5 antistatisch.
Gewöhnlicher Logo-Druck kann brennen oder schmelzen, deshalb gehören auf Schutzkleidung nur flammhemmender Druck und flammhemmende Stickerei.
Ohne kontrollierte Wäsche wählen Sie inhärente Gewebe, ausgerüstete Baumwolle nur mit schriftlich garantierter Waschzahl des Herstellers.
Permanent flammhemmend oder ausgerüstet: Was dauerhaft schützt
Dauerhaft schützen inhärent flammhemmende Fasern, denn bei ihnen ist die Flammhemmung Teil der Molekülstruktur. Sie lässt sich weder auswaschen noch abtragen. Dazu zählen Aramide wie Nomex sowie Modacryl. Ausgerüstete Baumwolle und Mischgewebe erhalten ihren Schutz dagegen erst in der Veredelung: Das Gewebe wird mit einer flammhemmenden Chemikalie getränkt, die anschließend unter Hitze in und an der Faser fixiert wird.
Begriff erklärt: Inhärent heißt „von Natur aus enthalten“. Ein inhärent flammhemmendes Gewebe besteht aus Fasern, die ohne jede Nachbehandlung schwer entflammbar sind. Den Schutz begrenzen bei ihnen nur Verschleiß, Löcher und brennbare Verschmutzungen.
Für Sie als Beschaffer ergibt sich daraus ein klarer Unterschied im Alltag:
Fasertyp | So entsteht der Schutz | Verhalten bei Pflege |
|---|---|---|
Inhärent (z. B. Aramid, Modacryl, flammhemmende Viskose) | Flammhemmung steckt in der Polymerstruktur der Faser | Bleibt über die gesamte Tragedauer erhalten, Grenzen setzen nur Abnutzung und Verschmutzung |
Ausgerüstet (Baumwolle, Baumwoll-Mischgewebe) | Chemische Ausrüstung wird nachträglich aufgebracht und fixiert | Hält die vom Hersteller angegebene Zahl an Wäschen, Weichspüler und Bleiche verkürzen diese Spanne |
Ausgerüstete Baumwolle ist eine hautfreundliche, robuste Wahl, wenn Ihre Kleidung kontrolliert nach Herstellervorgabe gewaschen wird. Inhärente Gewebe spielen ihre Stärke dort aus, wo viele Mitarbeiter ihre Kleidung selbst pflegen und Sie den Waschprozess kaum steuern können. Dann sichern Sie den Schutz über das Material ab.
Wie konsequent gute Hersteller vom Material her denken, zeigt Tranemo: Der schwedische Hersteller, dessen MultiNorm-Flammschutzkleidung Kolzen als offizieller Partner vertreibt, baut sein Schutzsystem von der Haut nach außen auf und fertigt alle Produktionsschritte im eigenen Haus. Genau diese Denkweise empfiehlt sich auch für Ihre Ausstattung, von der Unterwäsche bis zur Jacke.
Welche Zusatzausstattung braucht Ihr Einsatzbereich?
Die Basis für flammhemmende Kleidung ist EN ISO 11612, der Schutz gegen Hitze und Flammen. Welche Zusatznormen darüber hinaus nötig sind, legt Ihre Gefährdungsbeurteilung fest, und die typischen Einsatzbereiche zeigen ein klares Muster:
Schweißen: Klasse 1 für spritzarme Verfahren, Klasse 2 für spritzintensive Arbeiten.
Elektroarbeitsplätze: Störlichtbogenschutz nach IEC 61482-2, Klasse APC1 (4 kA) oder APC2 (7 kA).
Raffinerien und Tanklager: zusätzlich antistatisch nach EN 1149-5.
Energieversorger: Störlichtbogenschutz und Warnschutz nach EN ISO 20471 für Straßenraumarbeiten.
Automobilindustrie: Störlichtbogenschutz bei Hochvoltbatterien, wenn Gefährdungsbeurteilung Lichtbogengefahr ausweist.
Multinorm bedeutet, dass ein Kleidungsstück mehrere dieser Prüfungen gleichzeitig bestanden hat. So rüsten Sie gemischte Gefährdungen mit einer einzigen Garnitur aus und vermeiden, dass Mitarbeiter je nach Aufgabe die Kleidung wechseln müssen.
Antistatischen Ex-Schutz brauchen Sie, wenn an einem Arbeitsplatz eine explosionsfähige Atmosphäre entstehen kann, etwa beim Umfüllen brennbarer Flüssigkeiten. Reine Flammhemmung reicht nicht aus, weil ein Funke aus elektrostatischer Aufladung genügt, um Gase oder Dämpfe zu zünden. Die Kleidung leitet die Ladung aber nur ab, wenn der Träger über ableitfähige Sicherheitsschuhe geerdet ist. Planen Sie Kleidung und Schuhe deshalb immer gemeinsam.
Regeln und Informationen zur persönlichen Schutzausrüstung bündelt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, praktische Hilfen zur Gefährdungsbeurteilung stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bereit.
Auswahlkriterien: Gewicht, Komfort und Kombinierbarkeit abwägen
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Gewebegewicht entscheidet darüber, ob Ihre Mitarbeiter die Kleidung gern tragen. Schwerere Gewebe bieten Reserven bei hoher Hitzebelastung, leichtere sind atmungsaktiver und angenehmer an warmen Tagen. Vergleichen Sie das Flächengewicht in g/m² im Datenblatt und wählen Sie das leichteste Gewebe, das die geforderte Schutzklasse erfüllt. Kleidung, die gern getragen wird, schützt zuverlässiger.
Ebenso wichtig ist, wie die einzelnen Teile zusammenspielen. Beachten Sie diese Punkte bei jeder Kombination:
Normen angleichen: Jacke und Hose müssen dieselben Schutzklassen erfüllen.
Überlappung prüfen: Die Jacke sollte den Hosenbund auch beim Bücken überlagern.
Overall für hohe Belastung: Schließt die Taillenlücke bei extremer Belastung.
Unterwäsche schützen: Flammhemmende Unterwäsche verhindert Verbrennungen durch schmelzende Fasern.
Bei Störlichtbogenschutz gilt die Schutzklasse für das geprüfte Kleidungsstück. Zwei Lagen APC1 ergeben nicht automatisch APC2. Fordert Ihre Gefährdungsbeurteilung Klasse 2, wählen Sie Kleidung, die genau dafür zertifiziert ist.
Zur Waschbarkeit gibt Ihnen nur der Hersteller eine verbindliche Zahl. Bei ausgerüsteten Geweben nennt er, wie viele Wäschen die Flammhemmung nach Vorgabe übersteht, bei inhärenten Geweben ist der Schutz unabhängig davon. Halten Sie diese Angabe vor dem Kauf schriftlich fest. Mit einem passenden Pflegeplan erreichen Sie die volle Nutzungsdauer:
Verzichten Sie auf Weichspüler, er legt einen brennbaren Film auf die Fasern und beeinträchtigt die antistatische Wirkung.
Waschen Sie ohne Chlorbleiche und mit der Temperatur aus dem Pflegeetikett.
Entfernen Sie Öl und Fett zeitnah, denn eingetragene Verschmutzungen brennen unabhängig vom Gewebe.
Lassen Sie Schäden ausschließlich mit flammhemmendem Garn und Originalmaterial reparieren.
Geben Sie diese Regeln schriftlich an jeden Mitarbeiter weiter, der seine Kleidung selbst wäscht, und halten Sie die Übergabe in Ihrer Unterweisung fest.
Praxistipp: Viele Betriebe übergeben die Pflege an eine Industriewäscherei, die nach Herstellerangabe wäscht. Damit dokumentieren Sie jeden Waschzyklus und wissen bei der nächsten Unterweisung oder beim Audit genau, wann ein Teil ersetzt werden muss.
Firmenlogo auf flammhemmender Kleidung: So bleibt der Schutz erhalten
Ihr Logo bleibt sicher, wenn es mit flammhemmenden Materialien aufgebracht wird. Ein gewöhnlicher Textildruck oder Flextransfer enthält thermoplastische Kunststoffe, die bei Flammenkontakt brennen oder schmelzen und dann auf der Haut haften. Dasselbe gilt für Stickerei mit normalem Polyestergarn. Damit unterläuft eine einzige Fläche auf der Brust den Schutz, für den Sie das ganze Kleidungsstück gekauft haben.
Kolzen bedruckt Schutzkleidung flammhemmend mit Ihrem Firmenlogo. Die flammhemmenden MultiNorm-Shirts, die sich gut für warme Tage eignen, lassen sich ebenfalls flammhemmend bedrucken oder besticken. Sie erhalten Kleidung und Veredelung damit aus einer Hand und müssen keinen zweiten Dienstleister koordinieren. Klären Sie bei der Anfrage Größe und Position des Logos, denn beides sollte zu den Vorgaben des Herstellers passen.
So fragen Sie bei Kolzen ein Angebot an
Ihr Angebot erhalten Sie über das Kontaktformular, die Service-Hotline oder per E-Mail, das Vertriebsteam meldet sich persönlich bei Ihnen. Kolzen ist seit 1999 in Hamburg ansässig und vertreibt flammhemmende und antistatische Schutzkleidung für Branchen wie PetroChemie und Raffinerien. Im Shop finden Sie unter anderem diese Produktgruppen:
Schweißerkleidung: vom leichten MultiNorm-Hemd bis zum Overall mit Störlichtbogenschutz.
MultiNorm-Kleidung: Hosen, Jacken und Overalls aus markenführenden Materialien.
Zubehör: Flammhemmende Mützen und Fleecejacken.
Damenlinie: Feminine Passform ab Größe 34.
Einige Artikel tragen im Shop den Hinweis FA und sind ausschließlich für Firmenkunden bestimmt. Für Ihre Anfrage gehen Sie am schnellsten so vor:
Notieren Sie Einsatzbereich, Gefährdung laut Gefährdungsbeurteilung, Stückzahl und Größenspiegel Ihrer Mitarbeiter.
Senden Sie die Angaben über das Kontaktformular mit Ihrer Rufnummer oder rufen Sie direkt an.
Das Vertriebsteam stimmt mit Ihnen Stückzahlen und Liefertermine ab und klärt offene Fragen zu Norm und Material.
Sie erhalten Ihr Angebot inklusive flammhemmender Logo-Veredelung.
Die Service-Hotline erreichen Sie unter +49 (0)40 696 66 77 90, Montag bis Donnerstag von 8:15 bis 16:45 Uhr und Freitag von 8:15 bis 14:45 Uhr. Schriftliche Anfragen senden Sie an info@kolzen.de. Je genauer Ihre Angaben aus Schritt 1, desto schneller liegt Ihnen ein passendes Angebot vor.
Schutzkleidung als Gesamtpaket planen
Material, Pflegeplan und Logo-Veredelung entscheiden gemeinsam über den Schutz, denn Waschfehler und ungeeigneter Druck können auch ein gut gewähltes Gewebe nachträglich schwächen. Wenn Sie alle drei Punkte in einer Anfrage bündeln, sichern Sie Ihre Mitarbeiter und Ihre Audit-Dokumentation in einem Schritt ab. Notieren Sie heute Einsatzbereich und Stückzahl und fragen Sie Ihr Angebot direkt bei Kolzen an.
Häufige Fragen zu flammhemmender Kleidung
Ist flammhemmende Kleidung automatisch auch antistatisch?
Nein. Die antistatische Wirkung ist eine eigene Prüfung nach EN 1149-5 und steht nur dann im Etikett, wenn das Kleidungsstück sie bestanden hat. Für Ex-Bereiche wählen Sie deshalb gezielt MultiNorm-Kleidung mit dieser Zertifizierung.
Dürfen Mitarbeiter flammhemmende Kleidung zu Hause waschen?
Ja, sofern sie die Pflegeangaben des Herstellers genau einhalten. Bei ausgerüsteten Geweben ist eine Industriewäscherei die sicherere Wahl, weil sie Weichspüler zuverlässig ausschließt und jeden Waschzyklus für Ihr Audit dokumentiert.
Wann muss flammhemmende Kleidung ersetzt werden?
Sobald Löcher, dünne Stellen, Brandspuren oder nicht entfernbare Öl- und Fettverschmutzungen auftreten oder ausgerüstete Gewebe die vom Hersteller angegebene Waschzahl erreicht haben. Prüfen Sie jedes Teil deshalb regelmäßig, etwa vor jeder Unterweisung.
Wo finde ich die genauen Normen zu meinem Einsatzbereich?
Im Etikett und im Datenblatt jedes Kleidungsstücks stehen die erfüllten Normen und Klassen. Regeln und Informationen zur persönlichen Schutzausrüstung bündelt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Ihre Berufsgenossenschaft unterstützt Sie bei der Gefährdungsbeurteilung.
Was ist Nomex und ist es besser als behandelte Baumwolle?
Nomex ist eine Aramidfaser mit inhärenter Flammhemmung. Sie ist unempfindlicher gegenüber Pflegefehlern als behandelte Baumwolle. Baumwolle punktet dafür mit Hautgefühl, die bessere Wahl hängt also davon ab, wie kontrolliert Sie waschen lassen.
Kann ich flammhemmende Kleidung auch in kleinen Stückzahlen anfragen?
Ja. Einzelne Teile bestellen Sie direkt im Shop, Artikel mit FA-Kennzeichnung sind Firmenkunden vorbehalten. Für Stückzahlen, Liefertermine oder Logo-Veredelung nutzen Sie das Kontaktformular, das Vertriebsteam berät Sie individuell.
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