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Sicherheitsschuhe S1P: Schutz, Normen & Auswahl

Sicherheitsschuhe S1P: Schutz, Normen & Auswahl im Shop

Sicherheitsschuhe S1P sind die passende Schutzklasse für trockene Hallen, in denen spitze Teile am Boden liegen können. Hier erfahren Sie, wann S1P reicht, wann Sie auf S2 oder S3 wechseln, und welche Unterschiede die neue Norm 2022 bringt.

  • S1P vereint Zehenschutzkappe, geschlossene Ferse, Antistatik und durchtrittsichere Zwischensohle, schützt im Obermaterial aber nicht vor Wasser.

  • Gehören Nässe oder Durchtrittgefahr im Freien zum Arbeitsalltag, wechseln Sie auf S2 beziehungsweise S3.

  • Seit der Norm 2022 heißt nichtmetallischer Durchtrittschutz S1PL oder S1PS, Schuhe mit Stahleinlage tragen weiterhin S1P.

  • Antistatik ersetzt keine ESD-Ausführung nach DIN EN 61340, für EPA-Bereiche der Elektronikfertigung brauchen Sie ausdrücklich ESD-Modelle.

Was S1P genau schützt: die Kurzformel entschlüsselt

S1P bezeichnet einen Sicherheitsschuh der Klasse S1 mit zusätzlicher durchtrittsicherer Zwischensohle, dem „P“. Hinter dem Kürzel stecken sechs Eigenschaften, die Ihrem Team im Betrieb jeweils einen konkreten Schutz bieten:

Kürzel / Eigenschaft

Bedeutung

Praxisnutzen im Betrieb

Zehenschutzkappe

Grundanforderung jedes Sicherheitsschuhs, geprüft mit 200 Joule Stoß und 15 kN Druck

Schützt bei herabfallenden Bauteilen und beim Überrollen durch Hubwagen

Geschlossener Fersenbereich

Die Ferse ist vollständig umschlossen

Fester Halt auf Treppen, Rampen und Leitern

A

Antistatisch: Der Schuh leitet elektrostatische Ladung kontrolliert ab

Senkt das Risiko von Entladungsfunken am Arbeitsplatz

E

Energieaufnahme im Fersenbereich

Dämpft jeden Schritt und entlastet Gelenke bei langen Steh- und Gehzeiten

P

Durchtrittsichere Zwischensohle, geprüft mit 1.100 Newton

Hält Nägel, Schrauben und scharfe Späne von der Fußsohle fern

FO (seit 2022 optional)

Kraftstoffbeständige Laufsohle, nur noch als freiwilliges Zusatzkennzeichen

Arbeitet Ihr Team mit Öl oder Kraftstoff, fordern Sie FO ausdrücklich an

Die Rutschhemmung auf Fliese mit Seifenlösung erfüllt jeder zertifizierte Schuh nach aktueller Norm als Grundanforderung, ein eigenes Kürzel trägt sie nicht mehr.

S1P, S1, S2 oder S3: wann reicht welche Klasse?

S1P reicht, solange Ihr Team auf trockenen Böden arbeitet und dort spitze Gegenstände liegen können. Kommt Nässe hinzu, wechseln Sie in eine Klasse mit geprüftem Wasserschutz im Obermaterial.

Merkmal

S1

S1P

S2

S3

Grundschutz mit Kappe, geschlossener Ferse, A und E

ja

ja

ja

ja

Durchtrittschutz

nein

ja

nein

ja

Obermaterial auf Wasserdurchtritt und -aufnahme geprüft (WPA)

nein

nein

ja

ja

Profilierte Laufsohle

nicht gefordert

nicht gefordert

nicht gefordert

ja

Typischer Einsatz

trockene Bereiche ohne Durchtrittgefahr

trockene Hallen mit Spänen und Schrauben am Boden

feuchte Innenbereiche ohne Durchtrittgefahr

Außenbereich, Baustelle, Hofflächen

Das Kürzel WPA hat mit der Normfassung 2022 die frühere Bezeichnung WRU abgelöst. Für einen komplett wasserdichten Schuh steht weiterhin WR. Diesen Schutz bieten die neuen Klassen S6 und S7: S6 entspricht einem S2-Schuh, S7 einem S3-Schuh, jeweils mit wasserdichtem Gesamtschuh.

Wann S1P nicht mehr reicht

Die Grenze ziehen Sie anhand von zwei Fragen: Wie nass wird der Boden, und arbeitet Ihr Team im Freien? Mit dieser Zuordnung treffen Sie die Entscheidung sicher:

Situation am Arbeitsplatz

Empfohlene Klasse

Trockene Halle, Späne oder Schrauben am Boden

S1P, S1PL oder S1PS

Feuchte Böden oder regelmäßige Nassreinigung, keine Durchtrittgefahr

S2

Außenbereich, Baustelle oder Hof mit Schotter und Nägeln

S3

Dauerhaft nasse Umgebung, Stehen in Pfützen oder Wasser

S7 mit wasserdichtem Gesamtschuh

Landet Ihr Arbeitsplatz in der dritten oder vierten Zeile, wählen Sie für dieses Team ein S3- oder S7-Modell. So statten Sie Außenteams korrekt aus und behalten für die Halle die leichtere S1P-Variante.

S1PS und S1PL: was die Norm 2022 neu kennzeichnet

Seit dem 30. Juni 2022 gilt die überarbeitete EN ISO 20345:2022, für alle neu zertifizierten Schuhe ist sie seit März 2023 verbindlich. Für S1P-Beschaffer ändern sich vor allem diese Punkte:

  • S1P kennzeichnet weiterhin eine metallische Durchtrittschutz-Einlage, ihre Prüfung blieb unverändert.

  • S1PL steht für eine nichtmetallische Einlage, geprüft mit einem Prüfnagel von 4,5 mm Durchmesser.

  • S1PS steht für eine nichtmetallische Einlage, geprüft mit dem feineren Prüfnagel von 3,0 mm.

  • Die Rutschhemmungs-Kürzel SRA, SRB und SRC entfallen; eine freiwillige Zusatzprüfung auf Fliese mit Glycerin trägt das Kürzel SR.

  • FO ist kein Bestandteil der Klassen S1 bis S3 mehr und wird nur noch freiwillig vergeben.

Modelle mit Zertifikat nach der Fassung von 2011 tragen auch mit textiler Einlage noch die Bezeichnung S1P. Bei solchen Schuhen zeigt Ihnen das Datenblatt, aus welchem Material der Durchtrittschutz besteht.

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Merkhilfe: L steht für Large, S für Small, also für den Durchmesser des Prüfnagels. Ein S1PS-Schuh hat die Prüfung mit dem dünneren, spitzeren Nagel bestanden und ist damit auch gegen feine Gegenstände wie Drahtstifte geprüft.

Muss Ihre bisherige Spezifikation angepasst werden? Für bereits zertifizierte Schuhe nach der Fassung von 2011 gilt eine Übergangsregelung bis zum Ablauf der bestehenden Zertifikate. Für neue Ausschreibungen ergänzen Sie die Anforderung „S1P“ um die Varianten S1PL oder S1PS, damit textile Einlagen zugelassen sind. Arbeitet Ihr Team mit Öl oder Kraftstoff, nehmen Sie FO ausdrücklich in den Text auf. So erhalten Sie vergleichbare Angebote und vermeiden Rückfragen beim Wareneingang.

Stahl oder Textil: Durchtrittschutz richtig wählen

Für die meisten Hallenarbeitsplätze gewinnen Sie mit textilem Durchtrittschutz mehr Komfort bei geprüftem Schutz. Textile Einlagen sind leichter und flexibler als Stahl und decken konstruktionsbedingt die gesamte Sohlenfläche ab, während Stahleinlagen einen schmalen Randspalt lassen.

Stahl hat seine Stärke dort, wo Ihr Team die bewährte Bauweise gewohnt ist und Metalldetektoren keine Rolle spielen. Textile Einlagen leiten zudem kaum Kälte, was bei Arbeit an Kühlbereichen oder in unbeheizten Hallen spürbar ist. Haben Sie hohe Anforderungen gegen sehr dünne, spitze Gegenstände, wählen Sie die Variante S1PS.

Praxis-Tipp: Läuft Ihr Lager- oder Logistikteam regelmäßig durch Metalldetektor-Schleusen, wählen Sie S1PL oder S1PS mit Kompositkappe. Das spart Fehlalarme am Wareneingang und Wartezeit bei jedem Schichtwechsel.

Für welchen Arbeitsplatz passen Sicherheitsschuhe S1P, und welche Modelle stehen zur Wahl?

Sicherheitsschuhe S1P passen in trockene Innenbereiche, in denen spitze Teile am Boden liegen können und leichte, atmungsaktive Schuhe gefragt sind. Diese Arbeitsplätze profitieren am meisten davon:

  • In Montage und Industriefertigung machen Schrauben, Stanzreste und Späne den Durchtrittschutz unverzichtbar.

  • Im Lager und in der Logistik zählen geringes Gewicht für lange Wege und bei Metalldetektoren die textile Einlage.

  • In Werkstätten mit Öl am Boden wählen Sie zusätzlich FO und das Zusatzkennzeichen SR.

  • In trockenen Automotive-Hallen reicht S1P, an Elektronik- und Hochvolt-Arbeitsplätzen wählen Sie ESD-Varianten.

Drei Modelle aus dem Kolzen-Sortiment decken diese Einsatzfelder mit unterschiedlichen Schwerpunkten ab. Die Preise erhalten Sie für Ihre Stückzahl auf Anfrage.

Modell

Bauform und Gewicht

Durchtrittschutz

Passform und Weiten

Ableitfähigkeit

Passender Einsatz

BASE Pulsar S1P Sicherheitsschuhe

Halbschuh mit Textilschaft und Kompositkappe, leichtgewichtig

metallfrei

breite Passform

antistatisch (A)

Montage, Lager mit Metalldetektor-Schleusen

BASE Garibaldi S1PS Sicherheitsstiefel

Stiefel, leicht und vielseitig einsetzbar

nichtmetallisch, geprüft mit dem 3-mm-Nagel

Weitenverfügbarkeit je Größe auf Anfrage

antistatisch (A)

Hallen mit feinen Drahtstiften und Splittern am Boden

Schütze 7713 ESD S1P Sicherheitssandale

Offene, luftige Sandale mit Lederinnenfutter

S1P, Einlagenmaterial laut Datenblatt

Weitenverfügbarkeit je Größe auf Anfrage

ESD-Ausführung

Warme, trockene Hallen und ESD-Bereiche

Für Damen-Teams führt Kolzen mit dem U-Power Michelle S1P ESD zusätzlich ein Modell in Damenform. Alle weiteren Modelle und Klassen finden Sie unter Sicherheitsschuhe S1P im Kolzen-Shop. Nennen Sie in Ihrer Anfrage die gewünschten Weiten je Modell, dann passt das Angebot von Anfang an zur Fußgrößenverteilung Ihres Teams.

ESD oder einfach antistatisch? Der Unterschied für sensible Bereiche

Ein antistatischer S1P-Schuh schützt den Menschen vor Aufladung, ein ESD-Schuh schützt zusätzlich empfindliche Bauteile. Die Antistatik nach EN ISO 20345 deckt einen breiten Widerstandsbereich zwischen 100 Kiloohm und 1.000 Megaohm ab. In einer EPA nach DIN EN 61340-5-1 muss das System aus Mensch, Schuh und Boden unter 100 Megaohm bleiben, ein rein antistatischer Schuh reicht dort nicht aus. Erkennbar sind geprüfte Modelle am gelben ESD-Symbol mit Hand und Erdungsbogen. In den Ex-Zonen 0, 1, 20 und 21 schreibt die TRBS 2153 ableitfähige Schuhe mit dieser Grenze zwingend vor.

Begriff kurz erklärt: EPA steht für Electrostatic Protected Area, einen gekennzeichneten Bereich, in dem elektrostatisch empfindliche Bauteile gefertigt oder geprüft werden. Wer dort arbeitet, braucht ESD-Schuhe, die mit dem leitfähigen Boden ein geprüftes System bilden.

Für Damen-Teams an Sitzarbeitsplätzen in der Elektronikfertigung eignet sich der U-Power Michelle S1P ESD in Damenform. Für Werkhallen mit Spänen und Metallresten am Boden steht der U-Power Bruce S1P ESD als Halbschuh bereit, für warme Hallen die oben genannte Schütze-Sandale.

Sobald Ihr Arbeitsplatz als EPA ausgewiesen ist, bestellen Sie ausschließlich Modelle mit ESD-Kennzeichnung.

Passform, Weiten und Gewicht: damit die Schuhe wirklich getragen werden

Ein Schuh schützt nur, wenn Ihr Team ihn die ganze Schicht trägt. Beschwerden über Druckstellen oder schwere Füße lösen Sie am wirksamsten über Passform und Material, ohne bei der Schutzklasse nachzugeben. Achten Sie bei der Auswahl auf diese Punkte:

  • Mehrere Weiten je Modell, damit breite und schmale Füße gleichermaßen Halt finden.

  • Eine Kompositkappe, die bei gleicher Prüfung spürbar Gewicht gegenüber Stahl spart.

  • Atmungsaktive Obermaterialien wie Mesh für warme Hallen und lange Schichten.

  • Gute Dämpfung im Fersenbereich für Arbeitsplätze mit viel Stehen auf Beton.

Für Damen-Teams wählen Sie Modelle mit eigenem Damenleisten. Diese Schuhe sind auf die Fußform zugeschnitten und sitzen deutlich besser als kleine Herrengrößen.

So kommen Sie zum Angebot: Beschaffung bei Kolzen

Kolzen führt Sicherheitsschuhe von Marken wie Base und Jalas in den Klassen S1, S2 und S3, dazu ESD-Modelle für sensible Bereiche. Für gewerbliche Mengen erhalten Sie Ihr Angebot auf Anfrage, abgestimmt auf Stückzahl und Größenverteilung. Diese Schritte führen Sie zügig zur passenden Bestellung:

  1. Legen Sie anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung für den Fußschutz die Klasse fest, etwa S1P, S1PS oder S3.

  2. Erheben Sie im Betrieb eine Liste mit Größen und Weiten aller Mitarbeiter.

  3. Fragen Sie ein Musterpaar des favorisierten Modells an und lassen Sie es eine Woche im Echtbetrieb tragen.

  4. Senden Sie die Größenliste mit Ihrer Wunschmenge und fordern Sie ein Staffelangebot an.

Wechseln Sie den Lieferanten, legen Sie die bisherige Artikelbezeichnung und Spezifikation bei. Mit Größenliste und Altspezifikation in der Hand bestellen Sie einmal vollständig und vermeiden Rücksendungen einzelner Paare.

Die richtige Klasse finden, nicht die teuerste

Die Wahl zwischen S1P, S1PL, S1PS und S3 entscheidet Ihr Hallenboden. Beschreiben Sie einmal ehrlich, wie nass der Boden Ihres Teams wird und was darauf liegt, und Sie kennen Ihre Klasse. Ihr nächster Schritt: Stellen Sie die Größen- und Weitenliste Ihres Betriebs zusammen und fragen Sie bei Kolzen ein Musterpaar mit Staffelangebot an. So rüsten Sie Ihr Team geprüft aus und erhalten Schuhe, die getragen werden.

Häufige Fragen zu S1P-Sicherheitsschuhen

Kann ich Sicherheitsschuhe und Schutzkleidung in einer Anfrage bündeln?

Ja. Kolzen führt neben Sicherheitsschuhen zertifizierte Arbeits- und Schutzkleidung, etwa Warnschutz oder flammhemmende Kleidung. Nennen Sie in einer Anfrage alle Artikel mit Größenliste, dann erhalten Sie ein gemeinsames Angebot für die komplette Ausstattung.

Welche weiteren Kürzel tauchen neben S1P in Ausschreibungen auf?

Am häufigsten HRO für eine hitzebeständige Laufsohle und M für einen Mittelfußschutz. Seit 2022 kommen SC für eine abriebfeste Kappenabdeckung und LG für Griffigkeit auf Leitersprossen hinzu. Fordern Sie diese Kürzel, wenn Ihre Gefährdungsbeurteilung die passende Belastung ausweist.

Wie oft müssen S1P-Sicherheitsschuhe ausgetauscht werden?

Sobald abgelaufenes Profil oder eine gelöste Sohle die Sicherheit beeinträchtigen, ist das Paar auszutauschen. Ein festes Intervall gibt die DGUV Regel 112-191 nicht vor, eine kurze Sichtprüfung beim An- und Ablegen gibt den Takt.

Darf ich orthopädische Einlagen in S1P-Schuhe legen?

Ja, sofern die Einlage zusammen mit dem jeweiligen Schuhmodell geprüft und vom Hersteller freigegeben ist. Eine beliebige Einlage kann die Zertifizierung des Schuhs aufheben. Fragen Sie geprüfte Kombinationen aus Schuh und Einlage gleich mit an.

Wer ist für Auswahl und Bereitstellung der S1P-Schuhe verantwortlich?

Der Arbeitgeber. Die PSA-Benutzungsverordnung verpflichtet ihn, den Fußschutz auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung auszuwählen, bereitzustellen und die Träger zu unterweisen. Fachliche Empfehlungen dazu liefert die DGUV Regel 112-191, die seit Dezember 2025 in neuer Fassung vorliegt.

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