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Sicherheitsschuhe S3: Normen, Modelle & Kaufberatung

Sicherheitsschuhe S3 kaufen: Normen, Modelle & Auswahl

Sicherheitsschuhe der Klasse S3 nach EN ISO 20345 verbinden Wasserschutz und Durchtrittschutz mit einer Profilsohle. Steht in Ihrer Bedarfsliste nur „S3“, ist der Grundschutz damit festgelegt, der passende Schuh aber noch nicht. Welches Modell in die Halle oder in den Ex-Bereich gehört, entscheiden die Zusatzcodes, die Sie hinter die Klasse schreiben.

  • S3 ergänzt alle S2-Anforderungen samt 200-Joule-Zehenkappe um Profilsohle und Durchtrittschutz, den S1 und S2 nicht bieten.

  • Ihre bisherige Vorgabe S3 gilt weiter, während S3L und S3S seit 2022 nichtmetallischen Durchtrittschutz in zwei Prüfstufen kennzeichnen.

  • Zusatzcodes wie ESD bestellen Sie extra, denn in Ex-Zonen verlangt die TRBS 2153 Schuhe unter 10⁸ Ohm.

  • Der Arbeitgeber stellt die Schuhe kostenlos, hört die Träger vorher an und stützt die Klassenwahl auf die Gefährdungsbeurteilung.

Was S3 konkret bedeutet und was nicht

S3 heißt: S2 plus Durchtrittschutz und Profilsohle. Damit hat jeder S3-Schuh zwingend eine Zehenkappe, die 200 Joule und 15 kN Druckkraft standhält, einen geschlossenen Fersenbereich mit Energieaufnahme, antistatische Eigenschaften und ein Obermaterial, das Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme begrenzt (Kürzel WRU bzw. WPA). Die Zehenkappe haben alle S-Klassen gemeinsam. Den Unterschied machen Durchtrittschutz und Wasserschutz sowie die Profilsohle. Die offizielle Kurzzeichen-Übersicht der DGUV dokumentiert diese Staffelung.

Klasse

Basis

Durchtrittschutz

Wasserschutz Obermaterial

Profilsohle

S1

Zehenkappe, geschlossene Ferse, antistatisch, Energieaufnahme Ferse

nein

nein

nein

S1P

wie S1

ja

nein

nein

S2

wie S1

nein

ja

nein

S3

wie S2

ja, metallische Einlage (P), Prüfnagel 4,5 mm

ja

ja

S3L

wie S2

ja, nichtmetallische Einlage (PL), Prüfnagel 4,5 mm

ja

ja

S3S

wie S2

ja, nichtmetallische Einlage (PS), Prüfnagel 3,0 mm

ja

ja

Die Revision EN ISO 20345:2022 hat vor allem zwei Dinge verändert. Der Durchtrittschutz wird jetzt nach Material getrennt, daher die Aufteilung in S3, S3L und S3S. Außerdem entfällt die alte Rutschhemmungskennzeichnung SRA, SRB und SRC. Die Basisprüfung auf Keramikfliese mit Reinigungsmittellösung ist heute Grundanforderung für jeden Schuh, eine zusätzlich bestandene Prüfung mit Glycerin trägt das Kürzel SR.

Steht in Ihrer internen Vorgabe nur „S3“, bleibt sie gültig. Ergänzen Sie sie um den gewünschten Durchtrittschutz-Typ, dann bekommt jeder Bereich genau das Material, das er braucht.

Stahl oder Textil? Eine Stahleinlage ist robust, macht die Sohle aber steifer. Textile Einlagen sind leichter, biegsamer und metallfrei. Wünschen Sie Textil mit dem höheren Prüfniveau, bestellen Sie S3S: Diese Schuhe werden mit dem dünneren 3-mm-Nagel geprüft.

Zusatzausstattung, die S3 nicht automatisch mitbringt

ESD-Fähigkeit, Wasserdichtheit oder Hitzeschutz der Sohle sind eigenständige Zusatzanforderungen mit eigenem Kürzel. Aktiv in die Bestellung schreiben müssen Sie sie, sonst liefert der Markt einen korrekten S3-Schuh, der Ihren Arbeitsplatz trotzdem nicht abdeckt.

  • ESD nach EN 61340 sorgt für definierte Ableitfähigkeit in Elektronikfertigung und Ex-Bereichen.

  • Eine metallfreie Kappe mit Textil-Durchtrittschutz passiert Metalldetektoren bei Zutrittskontrollen.

  • WR steht für einen wasserdichten Gesamtschuh bei Dauernässe im Außeneinsatz.

  • HRO bedeutet eine Laufsohle, die Kontaktwärme bis 300 °C aushält.

  • HI und CI isolieren gegen heiße Untergründe bzw. gegen Kälte im Winter oder Kühlbereich.

  • M und AN ergänzen Mittelfuß- und Knöchelschutz bei schweren Lasten oder unebenem Gelände.

Am deutlichsten zeigt sich das im Ex-Bereich. Die antistatische Grundausstattung eines S3-Schuhs reicht in Tanklagern, Raffinerien und der Petrochemie nicht aus: In den Zonen 0, 1, 20 und 21 schreibt die TRBS 2153 ableitfähige Schuhe mit einem Durchgangswiderstand unter 10⁸ Ohm vor. Für diese Bereiche setzen Sie deshalb ein ATEX-zertifiziertes S3-ESD-Modell mit Durchtrittschutz ein.

Welcher S3-Sicherheitsschuh zu welchem Einsatzbereich passt

Ordnen Sie jedem Bereich zuerst seine Gefährdung zu, dann das Modell. Die folgende Auswahl aus dem Kolzen-Sortiment deckt die typischen Anforderungen in Industrie, Handwerk und Energiebranche ab.

Einsatzbereich

Modell

Kernausstattung

Bau und Baustelle

Schütze 6213 Bau Profi S3 Sicherheitsschuhe

Wasser-, öl- und schmutzabweisendes Spezialleder für den intensiven, täglichen Einsatz auf der Baustelle

Stahlbau und Schweißen

Schütze 6483 Stahlbau Profi S3 Sicherheitsstiefel

Robuster Allround-Stiefel mit Lederinnenfutter für anspruchsvolle Einsätze im Stahlbau

Industrie, Stadtwerke, Automobil-Montage

Schütze 6283 S3 ESD Sicherheitsschuhe

ESD-fähig und für ein breites Spektrum an Arbeitsumgebungen ausgelegt, für die Hochvoltbatterie-Montage ergänzt der Schütze 2283X ESD S3S mit Schnellschnürung

Ex-Zone, Tanklager, Raffinerie

Jalas Gran Premio 1598 GP S3 ESD

ESD-fähiger S3-Schuh mit Durchtrittschutz, für Ex-Zone, Raffinerie und Tanklager in ATEX-zertifizierter Ausführung vorgesehen

Zutrittskontrolle mit Metalldetektor

Base Bob ESD Sicherheitsschuhe B0636

komplett metallfreier Halbschuh mit metallfreier Zehenkappe und metallfreiem Durchtrittschutz, ESD-gerecht nach EN 61340, SRC-Rutschhemmung

Nassbereiche mit heißen Böden

Abeba 1628 Uni6 S3

Stahlkappe, metallfreie Durchtritt-Zwischensohle, HRO bis 300 °C, antistatisch

Handwerk und Service, leichte Einsätze

Lemaitre SOUL S3 1970 im Sneaker-Look

wasserabweisendes Vollnarbenleder, Durchtrittschutz aus Plasmatextil, rund 1000 g je Paar in Größe 42

für kalte Tage

MultiNorm Wetterschutzkleidung

mehrfach zertifiziert für den flexiblen Einsatz in vielen Gefahrenbereichen

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Für Stadtwerke und Automobilfertigung ohne Ex-Bereich greifen Sie auf die ESD-Industriemodelle zurück, weil dort Montage, Außeneinsatz und Elektronik oft in einer Schicht zusammenkommen. Alle weiteren Modelle finden Sie in der Kategorie Sicherheitsschuhe im Kolzen Online Shop, passende Weiten stellt Ihnen die Beratung zu Ihrer Anforderungszeile zusammen.

Passform, Weiten und Damenleisten richtig wählen

Ein Schuh schützt nur, wenn er getragen wird, und getragen wird er nur, wenn er passt. Legen Sie deshalb für jede Person Länge und Weite fest, bevor Sie Stückzahlen bestellen.

Viele Hersteller kennzeichnen die Weite mit einer Zahl, eine höhere Zahl steht für mehr Volumen im Vorfußbereich. Füße messen am Nachmittag oder nach der Schicht, dann sind sie am größten. Lassen Sie mit den Arbeitssocken anprobieren, die im Alltag tatsächlich getragen werden.

Einlagen verändern die Zertifizierung. Nur orthopädische Einlagen, die der Hersteller für genau dieses Modell geprüft und freigegeben hat, halten den Schuh normkonform. Klären Sie das für betroffene Mitarbeitende vor der Bestellung.

Bei Teambestellungen spart eine Anprobe-Runde die meiste Zeit: Zunächst einzelne Paare in den gängigen Größen ordern, Rückmeldungen erfassen und erst danach die volle Menge bestellen. So vermeiden Sie Rücksendungen im großen Stil.

Warum Frauen eigene S3-Leisten brauchen

Ein kleiner Herrenschuh ist kein Damenschuh. Frauenfüße haben im Durchschnitt eine schmalere Ferse und ein geringeres Volumen im Verhältnis zur Länge, im Herrenleisten rutscht die Ferse deshalb oft. Das Ergebnis sind Blasen und Schuhe, die im Spind bleiben. Geben Sie in Ihrer Anfrage an, wie viele Paare für Frauen gedacht sind, dann stellt Ihnen die Kolzen-Beratung passende Modelle und Weiten zusammen.

Wer die Schuhe stellt und was der Betrieb dokumentieren muss

Der Arbeitgeber stellt den Fußschutz: CE-gekennzeichnet, in ausreichender Anzahl, zur persönlichen Verwendung und ohne Kosten für die Beschäftigten. Mit vier Bausteinen ist Ihre Beschaffung gegenüber Berufsgenossenschaft und Audit sauber abgesichert.

  1. Gefährdungsbeurteilung erstellen, die Art und Umfang der Gefährdungen, deren Dauer und die persönlichen Voraussetzungen der Beschäftigten erfasst.

  2. Geeigneten Fußschutz kostenlos und in ausreichender Anzahl bereitstellen.

  3. Die Trägerinnen und Träger vor der Beschaffung anhören.

  4. Vor der ersten Benutzung und danach mindestens einmal jährlich unterweisen, inklusive Gebrauchsdauer und Pflege.

Zur Unterweisung gehört auch die Sichtprüfung: Beschäftigte kontrollieren ihre Schuhe vor jeder Benutzung auf ordnungsgemäßen Zustand und melden Mängel sofort. Die Details regelt die Regel zur Benutzung von Fuß- und Knieschutz, deren aktuelle Fassung als DGUV Regel 112-191 im Dezember 2025 umfassend überarbeitet wurde. Neu sind unter anderem Muster-Betriebsanweisungen, die Ihnen die Dokumentation erleichtern.

Wissenswert: Die Branchen-Beispielsammlung der DGUV Regel unterstützt Ihre Auswahl, sie ersetzt die Gefährdungsbeurteilung aber ausdrücklich nicht. Halten Sie die Begründung für jede Anforderungszeile schriftlich fest, dann ist Ihre Klassenwahl jederzeit nachvollziehbar.

Vom Anforderungsprofil zum Angebot: So bestellt Ihr Betrieb richtig

Schnellste Beschaffung: eine Anforderungszeile je Einsatzbereich. Kopieren Sie die folgende Vorlage, füllen Sie sie pro Bereich aus und senden Sie sie mit Ihrer Anfrage an Kolzen.

  1. Einsatzbereich und Zahl der Träger, zum Beispiel Tanklager mit 12 Personen

  2. Anforderungszeile aus Klasse und Zusatzcodes, zum Beispiel S3 + ESD + ATEX

  3. Gewünschte Form und Modell, zum Beispiel Halbschuh oder Stiefel

  4. Größen- und Weitenverteilung, getrennt nach Damen- und Herrenpaaren

  5. Gesamtstückzahl und gewünschtes Lieferintervall für Nachbestellungen

Ihr Angebot richtet sich nach der Ausstattung, die Sie festlegen. Kappe und Durchtrittschutz aus Composite oder Textil sparen Gewicht gegenüber Stahl. Vollleder hält auf der Baustelle länger als ein Textilschaft. Hitzefeste Sohlen und ATEX-Zertifizierung bestellen Sie gezielt für die Bereiche, deren Gefährdung sie verlangt. Welche Ausstattung sich für welchen Bereich lohnt, klärt die Kolzen-Beratung mit Ihnen anhand Ihrer Anforderungszeilen.

Prüfen Sie Ihre Liste vor dem Absenden noch einmal auf die häufigsten Beschaffungsfehler. S3 ohne ESD im Ex-Bereich erfüllt die TRBS 2153 nicht. Eine Stahlkappe bleibt an jeder Metalldetektor-Schleuse hängen. Ein Einheitsmodell für alle Bereiche passt selten zu jedem Untergrund. Fehlende Weiten führen zuverlässig zu Reklamationen. Senden Sie Ihre Anfrage danach mit allen Anforderungszeilen an Kolzen. Einzelpaare für Neueinstellungen bestellen Sie direkt im Shop.

Vom Normwissen zur passenden Teamausstattung

S3 ist kein fixes Produkt, sondern ein Anforderungsprofil, das erst mit den passenden Zusatzcodes zum richtigen Schuh für Ihren Arbeitsplatz wird. Formulieren Sie deshalb jetzt für jeden Einsatzbereich Ihre Anforderungszeile und stellen Sie eine gebündelte Angebotsanfrage mit Größen- und Weitenverteilung. So erhalten Sie ein Angebot für das ganze Team, eine dokumentierte Auswahl für Ihr nächstes Audit und einen festen Lieferanten für jede Nachbestellung.

Häufige Fragen zu Sicherheitsschuhen S3

Was unterscheidet SR von SRC?

SR kennzeichnet seit 2022 nur die zusätzliche Rutschprüfung mit Glycerin. SRC gehörte zur Norm von 2011 und stand für die bestandene Prüfung auf Keramik und Stahl. Die Basisprüfung auf Keramik ist heute Grundanforderung für jeden Schuh.

Reicht S3 auch für Elektronikfertigung ohne Ex-Schutz?

Ja, sofern der Schuh zusätzlich ESD-zertifiziert ist. In trockener Elektronikfertigung genügt oft schon ein S1- oder S1P-Schuh mit ESD-Kennzeichnung. S3 lohnt sich dort, wo Nässe oder Durchstichgefahr hinzukommt.

Wie lange darf ein S3-Schuh getragen werden, bevor er ausgetauscht werden muss?

Bis die tägliche Sichtprüfung einen Mangel zeigt oder die vom Hersteller angegebene Gebrauchsdauer erreicht ist. Typische Austauschgründe sind eine freiliegende Kappe, ein abgelaufenes Sohlenprofil oder ein undichtes Obermaterial.

Woran erkenne ich am Schuh selbst, dass er wirklich S3 ist?

An der eingenähten oder eingeprägten Kennzeichnung, meist auf der Lasche oder im Schaft. Dort stehen Normnummer EN ISO 20345, Schutzklasse, Zusatzcodes, CE-Zeichen und Herstelldatum. Gleichen Sie diese Angaben bei der Warenannahme mit Ihrer Bestellung ab.

Worauf achten Sie, wenn Sie S3-Schuhe mit Störlichtbogen- oder Warnschutzkleidung kombinieren?

Auf die Ableitkette bei antistatischer Kleidung. Schuhe und Kleidung sind getrennt zertifiziert und behalten ihre Schutzwirkung. Kleidung nach EN 1149-5 leitet aber nur ab, wenn auch der Schuh ableitfähig ist und die Person darüber geerdet wird.

Kälteschutz nach EN 511

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