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Warnschutz Winterkleidung: Klasse, Norm & Bauform wählen

Winter-PSA mit Warnschutz: Welche Warnklasse, Kälteschutznorm und Bauform dein Außenteam braucht

Die richtige Warnschutz-Winterkleidung ergibt sich aus Ihrem Einsatzort: Verkehrslage und Temperatur bestimmen Warnklasse und Kälteschutznorm, der Betriebstyp bestimmt die Farbe. Halten Sie diese Zuordnung einmal schriftlich fest, dann bestellen Sie jeden Winter normsicher nach und haben die Begründung für die Gefährdungsbeurteilung direkt in der Beschaffungsakte.

  • Bei über 60 km/h oder mehr als 600 Fahrzeugen pro Stunde ist Klasse 3 Pflicht, sonst Klasse 2.

  • EN 342 bewertet komplette Kleidungssysteme unter etwa −5 °C, für einzelne Jacken oberhalb davon genügt meist EN 14058.

  • Im Straßenverkehr sind Warngelb und Warnorange gleichwertig, im Gleisbereich wird Orange-Rot empfohlen, Rangierpersonal trägt Jacke plus Hose.

  • Im Ex-Bereich muss die äußere Warnschutzlage selbst zertifiziert sein.

Klasse 2 oder Klasse 3: Was Ihr Einsatzort für Warnschutz-Winterkleidung vorschreibt

Arbeitet Ihr Team bei erhöhter Gefährdung, schreibt die DGUV Information 212-016 der BG BAU Warnkleidung der Klasse 3 vor. Klasse 2 ist nur bei klar definierter einfacher Gefährdung zulässig. Die Mindestflächen nach DIN EN ISO 20471 sind fest vorgegeben:

Gefährdung am Einsatzort

Warnklasse

Fluoreszierendes Material

Retroreflektierendes Material

Erhöht: über 60 km/h, Dunkelheit oder schlechte Sicht, mehr als 600 Fahrzeuge pro Stunde

Klasse 3

0,80 m²

0,20 m²

Einfach: unter 60 km/h, unter 600 Fahrzeuge pro Stunde oder vollständig gesicherte Straßenbaustelle

mindestens Klasse 2

0,50 m²

0,13 m²

Für Arbeiten im Straßenverkehr nicht ausreichend

Klasse 1

0,14 m²

0,10 m²

Klasse 3 erreichen Sie auf zwei Wegen: mit einem einzelnen Kleidungsstück oder mit einer Kombination, die der Hersteller als solche zertifiziert hat, etwa Jacke Klasse 2 plus Hose Klasse 2. Beliebige Klasse-2-Teile ergeben zusammen keine Klasse 3. Ob eine Kombination zählt, steht auf dem Etikett, zum Beispiel mit dem Vermerk, dass das Produkt nur zusammen mit einem bestimmten Artikel die Klasse 3 erfüllt. Ihre Mitarbeitenden müssen diese Teile dann immer gemeinsam tragen.

Bauvorgabe Klasse 3: Die Fläche allein genügt nicht. Klasse-3-Kleidung muss den Torso umschließen und lange Ärmel oder Hosenbeine mit Reflexstreifen haben.

Achten Sie besonders auf kleine Größen: In S und XS erreicht ein Einzelteil die Klasse 3 oft nicht allein, weil die Fläche fehlt. Prüfen Sie deshalb das Etikett für jede Größe Ihres Größenlaufs, bevor Sie bestellen.

EN 342 oder EN 14058: Welche Kälteschutznorm zu Ihrer Tätigkeit passt

Unter etwa −5 °C brauchen Sie ein Kleidungssystem nach EN 342, oberhalb davon genügt eine einzelne Jacke nach EN 14058. Das System bewertet Jacke und Hose gemeinsam, gegebenenfalls mit Unterbekleidung. Für Einzeljacken ist die Produktauswahl deutlich größer.

Auf dem Piktogramm stehen drei Kennwerte, die Sie sich leicht merken:

  • Icler (bei Einzeljacken als Icl angegeben): die Wärmeisolation. Je höher der Wert, desto wärmer.

  • AP: die Luftdurchlässigkeit. Eine höhere Klasse lässt weniger Wind durch, beim Kleidungssystem ist der Wert Pflicht, bei Einzeljacken optional.

  • WP: der Wasserdurchgang, bei beiden Normen optional.

Für Teams mit viel Bewegung, etwa im Winterdienst oder in der Straßenkolonne, ist die Einzeljacke für Temperaturen oberhalb von −5 °C die richtige Wahl. Wer körperlich arbeitet, erzeugt selbst Wärme und braucht eine Jacke, die sich mit Schichten anpassen lässt. Passende Fleece- und Winterjacken für dieses Schichtprinzip finden Sie in der Kategorie Kälteschutzkleidung bei Kolzen. Für langes Stehen bei strengem Frost, in Kühlhaus, Tiefkühllogistik und Winterbau brauchen Sie das Kleidungssystem. Hier schützt die Kombination: Bestellen Sie Jacke und Hose als System, sonst gilt die Zertifizierung für Ihren Einsatz nicht.

Warnorange oder Warngelb: Wer welche Farbe tragen muss

Im Straßenverkehr sind fluoreszierendes Gelb und fluoreszierendes Orange-Rot gleichwertig zulässig, so regelt es die Verwaltungsvorschrift zu § 35 Abs. 6 StVO. Andere Farben sind dort ausgeschlossen. Welche der beiden Sie wählen, entscheiden Sie in der Gefährdungsbeurteilung nach dem Umgebungshintergrund: Vor einem blühenden Rapsfeld fällt Gelb schlechter auf, vor einer grünen Maschine kann Orange besser wirken.

Im Gleisbereich der Bahnen wird grundsätzlich Orange-Rot empfohlen, nur Sicherungspersonal darf abweichend Gelb tragen. Rangierer, Lokrangierführer und Wagenmeister tragen nach den DGUV Vorschriften 72 und 73 Jacke und Hose als Warnkleidung, während wer sich nur zeitweise im Gleisbereich aufhält, die Anforderung in der Regel mit einer Warnweste der Klasse 2 erfüllt.

Parka, Pilotenjacke oder 5-in-1: Die richtige Bauform fürs Fahrzeug-Pendeln

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Für Mitarbeitende, die ständig zwischen Fahrzeug und Außenbereich wechseln, ist die 5-in-1-Jacke die flexibelste Bauform, während für langes Arbeiten im Frost der Parka die beste Wahl ist. Die Einschätzung zu Länge und Sitzkomfort in der Tabelle leitet sich aus Schnitt und Länge der Bauformen ab, es ist jedoch kein Testergebnis. Für Ihr Fahrpersonal gilt zusätzlich die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 70 für Fahrzeuge.

Bauform

Wärme

Länge und Sitzen

Beispiel aus dem Kolzen-Sortiment

Parka

Hohe Wärmereserve für lange Außeneinsätze

Lang geschnitten, schützt beim Aussteigen den Gesäßbereich, im Fahrzeug trägt der Saum auf

Portwest S466: Warnklasse 3, EN 342, EN 343 Klasse 3:1, kälteschutz-beworben bis etwa −40 °C, gerader Schnitt mit viel Bewegungsfreiheit

Pilotenjacke

Mittel, abhängig vom Futter

Bundlang und frei im Sitzen, beim Bücken ist der Nierenbereich weniger geschützt

Modellauswahl je nach Klasse und Farbe

5-in-1-Jacke

Regelbar über die Schichten

Innenjacke allein im Fahrzeug, Außenjacke darüber beim Aussteigen

Portwest PW367: Warnklasse 3, EN 343 Klasse 4/3, Fleece-Innenjacke mit abnehmbaren Ärmeln, 10 Taschen, Veredelungszugang für Ihr Logo

Rechnen Sie die Akzeptanz Ihrer Truppe mit ein. Eine Jacke, die im Fahrzeug zu warm oder beim Arbeiten zu steif ist, wird ausgezogen, und dann schützt auch Klasse 3 niemanden. Lassen Sie vor der Großbestellung zwei, drei Mitarbeitende aus dem Fahrdienst die Bauform eine Schicht lang testen.

Warnschutz im Ex-Bereich: Warum eine normale Jacke hier nicht reicht

Im Ex-Bereich darf Ihr Team keine normale Warnschutz-Winterjacke über flammhemmender, antistatischer Kleidung tragen, da die äußere Lage, die Funken, Flammen und Reibung abbekommt, selbst die geforderten Normen erfüllen muss.

Achtung Fehlkauf: Die beste flammhemmende Unterkleidung hilft nicht, wenn darüber eine Warnjacke aus Standardmaterial getragen wird. Zertifiziert sein muss die Lage, die außen liegt.

Wird Warnkleidung nach Ihrer Gefährdungsbeurteilung schwer entflammbar benötigt, muss sie zusätzlich die DIN EN ISO 11612 erfüllen, da das fluoreszierende Hintergrundmaterial häufig eine Chemiefaser enthält, an der die Schwerentflammbarkeit scheitern kann. Wählen Sie für Raffinerie und Tanklager deshalb gezielt MultiNorm-Warnschutz, bei dem Warnwirkung und Flammschutz gemeinsam zertifiziert sind.

Der HydroWear Jester MultiNorm Parka (Art. 044060) ist eine solche Lösung. Er ist nach EN 1149-5 (antistatisch), EN 13034 Typ 6, EN ISO 11612 A1 B1 C1 E3 F1 und EN ISO 11611 Klasse 1 zertifiziert. Für Ihre Spezifikation gelten diese Vorgaben:

  • Warnklasse 3 nur in der Variante „Fluor Oranje“.

  • Zweifarbige Varianten „Fluor Geel-Marine“ und „Fluor Oranje-Marine“ sind Klasse 2.

  • Lichtbogenschutzklasse APC 2 nur mit Futter Weesp (Art. 060350); ohne dieses Futter APC 1.

Die Bindung von Klasse 3 an Uni-Orange ist eine Besonderheit der Herstellerzertifizierung, eine deutsche Rechtspflicht für Orange ergibt sich daraus nicht. Brauchen Sie Klasse 3 und APC 2, bestellen Sie die orange Variante zusammen mit dem Weesp-Futter.

Firmenlogo auf der Warnjacke: So bleibt die Zertifizierung erhalten

Ihr Firmenlogo ist auf Warnschutzkleidung zulässig, solange die fluoreszierenden und reflektierenden Mindestflächen der Warnklasse erhalten bleiben und kein Reflexstreifen verdeckt wird. Platzieren Sie das Logo auf Brust oder Rücken oberhalb der Reflexstreifen.

Jede nachträgliche Veränderung, auch Applikationen oder Beschriftungen wie „Aufsicht“, ist nur nach Rücksprache mit dem Hersteller und innerhalb des Zertifikats zulässig. Sonst kann die Baumusterprüfung erlöschen. Holen Sie diese Freigabe bei knapp bemessenen Größen und bei MultiNorm- oder Ex-Kleidung immer ein, denn auch der Druck muss dort flammhemmend sein.

Kolzen veredelt Ihre Schutzkleidung mit Firmenlogo und bedruckt sie flammhemmend. Nennen Sie in Ihrer Anfrage die gewünschte Position.

Checkliste: Ihre Beschaffungsspezifikation für vier typische Einsätze

Diese Zuordnung übernehmen Sie direkt in Ihre Spezifikation, die Warnklasse bestätigen Sie für jeden Einsatz in Ihrer Gefährdungsbeurteilung.

Einsatz

Warnklasse

Kälteschutznorm

Farbe

Bauform

Straße über 60 km/h

Klasse 3

EN 14058, bei langem Stehen unter −5 °C EN 342

Gelb oder Orange-Rot

Parka oder 5-in-1

Bauhof und Winterdienst

Klasse 3 im Streckeneinsatz, mindestens Klasse 2 auf dem gesicherten Hof

EN 14058

Gelb oder Orange-Rot

5-in-1 für den Wechsel ins Fahrzeug

Logistikhof

Mindestens Klasse 2, bei Dunkelheit Klasse 3

EN 14058, in der Tiefkühllogistik EN 342

Nach Hintergrund wählen

Pilotenjacke oder 5-in-1

Raffinerie und Tanklager

Nach Verkehrslage, Klasse 3 beim Jester nur in Uni-Orange

Futter mit EN 14058, zusätzlich EN ISO 11612 und EN 1149-5

Orange für Klasse 3

MultiNorm-Parka

Als Arbeitgeber begründen Sie die gewählte Klasse in der Gefährdungsbeurteilung und unterweisen Ihr Team im richtigen Tragen. Für den Winter empfiehlt die DGUV bei erhöhter Gefährdung mindestens eine Kälteschutzjacke D1 der Klasse 3 mit Latz- oder Rundbundhose C1, C2 oder C3. Bei einfacher Gefährdung genügt mindestens D2 oder eine Klasse-2-Jacke über warmer Kleidung. Eine Hose C2 oder C3 allein reicht nicht aus.

Formulierung für die Akte: „Für Arbeiten an der Kreisstraße liegt aufgrund der zulässigen Geschwindigkeit erhöhte Gefährdung nach DGUV Information 212-016 vor. Eingesetzt wird Warnkleidung nach DIN EN ISO 20471 Klasse 3 in Kombination mit Kälteschutz nach EN 14058.“

Haltbarkeit und Verschleiß: Jede zertifizierte Warnkleidung trägt neben CE-Kennzeichnung und Klassen-Piktogramm ein Pflegeetikett mit der maximalen Zahl zulässiger Waschzyklen. Innerhalb dieser Zyklen bleibt die Jacke im Einsatz, solange die regelmäßige Sichtprüfung keine Mängel zeigt.

Lässt die Warnwirkung durch Verschmutzung, Alterung oder nachlassende Leuchtkraft nach, tauschen Sie die Jacke aus. Im Betrieb prüfen Ihre Mitarbeitenden und Ihr Wäschedienstleister per Augenschein, denn Fluoreszenz lässt sich nur im Labor messen.

Ihre Spezifikation steht: so bestellen Sie sicher nach

Ihre eigentliche Entscheidung betrifft die Spezifikation, die Jacke folgt daraus. Halten Sie für jeden Einsatz Warnklasse, Kälteschutznorm, Farbe, Bauform, Logo-Position und Ex-Anforderung schriftlich fest, dann bestellen Sie diese Kombination jedes Jahr unverändert nach und Ihre Gefährdungsbeurteilung bleibt stimmig. Senden Sie die ausgefüllte Checkliste mit Größenlauf und Logo-Wunsch als Anfrage über die Warnschutzkleidung im Kolzen-Shop. Sie erhalten ein Angebot für Ihr Team, und Ihre Außenkräfte sind vor dem Wintereinbruch normsicher ausgerüstet.

Häufige Fragen zu Warnschutz-Winterkleidung

Gilt die Klasse-3-Kombination auch, wenn Jacke und Hose von verschiedenen Herstellern stammen?

Nein. Klasse 3 als Kombination gilt nur für die Teile, die der Hersteller gemeinsam zertifiziert und auf dem Etikett benannt hat. Eine Hose eines anderen Herstellers zählt nicht mit, selbst wenn sie dieselbe Klasse trägt. Bestellen Sie Jacke und Hose deshalb immer als ausgewiesenes Paar.

Welche Warnschutzklasse gilt für Lagerhallen oder Logistikhöfe ohne Straßenverkehr?

Die Klasse legen Sie in Ihrer Gefährdungsbeurteilung fest. Als Maßstab dienen die DGUV-Kriterien: Herrscht auf dem Hof Fahrverkehr bei Dunkelheit oder schlechter Sicht, spricht das für Klasse 3.

Kann ich eine EN-342-Jacke auch bei milden Temperaturen tragen?

Selten sinnvoll. EN-342-Kleidung ist für Kälte ab etwa −5 °C ausgelegt und wird bei Plusgraden schnell zu warm. Für wechselnde Temperaturen ist eine 5-in-1-Jacke mit herausnehmbarer Innenjacke die bessere Wahl.

Muss ich für jede Abteilung eine andere Warnjacke beschaffen?

Meistens genügen zwei Spezifikationen: eine Klasse-3-Winterjacke für Straßen- und Hofeinsätze und ein MultiNorm-Modell für den Ex-Bereich. So halten Sie die Zahl der Artikelnummern klein und sichern den Nachkauf.

Darf die Warnjacke im Fahrzeug hinter der Scheibe liegen?

Nein. Fluoreszierende Farben bleichen unter UV-Strahlung erheblich aus, und eine ausgeblichene Jacke verliert mit der Zeit ihre Warnwirkung. Lagern Sie die Jacken vor direktem Sonnenlicht geschützt, etwa im Spind oder in einer geschlossenen Ablage, und nie am Fahrzeugfenster. So bleibt die Leuchtkraft über die zulässigen Waschzyklen erhalten.

Verliert die Jacke ihre Zertifizierung, wenn ich Ärmel oder Länge ändern lasse?

Ja. Kürzen oder Abschneiden von Ärmeln und Hosenbeinen verkleinert die Hintergrund- und Reflexflächen, die Jacke verliert ihre zertifizierte Klasse. Wählen Sie stattdessen die passende Größe aus dem Größenlauf.

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