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Arbeitskleidung für Elektriker: Multinorm-Sets sicher kaufen

Arbeitskleidung für Elektriker: Multinorm-Sets sicher kaufen

Arbeitskleidung für Elektriker muss mehrere Schutzfunktionen gleichzeitig abdecken, sonst nützt sie im Ernstfall wenig. Ein geprüftes Multinorm-Set aus Bundhose, Jacke und Shirt deckt Störlichtbogen-, Flamm- und Antistatikschutz gemeinsam in einem zertifizierten System ab. Einzelne Teile, die Sie frei kombinieren, erreichen dieses Niveau meist nicht.

Als Elektrofachkraft oder Beschaffer interessiert Sie vor allem zweierlei: Passt das Set zur Gefährdung an Ihrem Arbeitsplatz, und ist es als komplettes System zertifiziert? Im Schaltanlagenbau oder bei Arbeiten unter Spannung setzen Sie andere Schwerpunkte als bei Hochvolt-Fahrzeugen, auch wenn dieselbe Normen-Basis gilt.

  • Ein Multinorm-Set kombiniert Störlichtbogenschutz nach EN 61482-2 mit Flammschutz nach EN ISO 11612 und Antistatik nach EN 1149-5.

  • Die Klasse APC 1 hält 4 Kiloampere stand, APC 2 sogar 7 Kiloampere, jeweils über 500 Millisekunden Prüfdauer.

  • Zwei einzelne Kleidungsstücke der Klasse 1 ergeben übereinander getragen keine automatische Klasse 2.

  • Im Kolzen-Shop stellen Sie Bundhose, Jacke und Shirt aus demselben MultiNorm-System zusammen, wahlweise mit flammhemmender Logo-Veredelung.

Was gehört zur Multinorm-Grundausstattung für Elektriker?

Die Multinorm-Grundausstattung für Elektriker besteht aus drei Kleidungsstücken, die als geprüfte Einheit zusammen funktionieren und dieselbe Normen-Kennzeichnung tragen.

  • Bundhose oder Latzhose: Grundschicht mit Störlichtbogen-, Flamm- und Antistatikschutz für Beine und Rumpf.

  • Jacke: Oberkörperschutz nach denselben Normen, bei höheren Klassen meist zweilagig aufgebaut.

  • Shirt oder Pullover: flammhemmende Innenlage, die als Trägerschicht unter der Jacke sitzt.

Nach EN ISO 11612 muss die zweiteilige Kombination aus Hose und Jacke immer zusammen getragen werden, weil das Etikett nur für genau diese Zusammenstellung freigegeben ist. Wer nur die Jacke trägt, verlässt das zertifizierte Schutzniveau, selbst wenn beide Teile einzeln dieselbe Norm tragen.

Gut zu wissen: EN ISO 11612 schützt Rumpf, Arme und Beine vor kurzem Flammkontakt und mindestens einer Art Wärmeübertragung. Die Kennbuchstaben A bis F auf dem Etikett stehen für unterschiedliche thermische Risiken, etwa Flammenausbreitung, konvektive Hitze, Strahlungswärme oder Metallspritzer.

Auch Antistatik nach EN 1149-5 wirkt nur im Zusammenspiel. Die Kleidung leitet elektrostatische Ladung ab, aber erst gemeinsam mit ableitfähigem Sicherheitsschuhwerk auf einem geerdeten, leitfähigen Boden entsteht ein geschlossenes System. Jacke oder Hose allein bauen keine Ladung ab.

Wie sich Störlichtbogenschutz, Flammschutz, Antistatik und weitere Normen wie Warnschutz oder Chemikalienschutz kombinieren lassen, erklären wir vertieft in unserem Grundlagenartikel zu Multinorm-Arbeitskleidung.

Welche Ausstattung passt zu Schaltanlagenbau, Arbeiten unter Spannung und Hochvolt-Fahrzeugen?

Die Multinorm-Basis bleibt in allen drei Bereichen gleich. Wie hoch die Schutzklasse ausfällt und welche Zusatzausrüstung dazukommt, richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung am jeweiligen Arbeitsplatz.

Schaltanlagenbau

Beim Schaltanlagenbau prüft der Betreiber die mögliche Störlichtbogen-Energie an der jeweiligen Anlage und legt danach fest, ob APC 1 oder APC 2 nötig ist. Das gilt unabhängig davon, ob Sie an Niederspannungsverteilern oder größeren Schaltanlagen arbeiten.

Bei Außeneinsätzen ergänzen Energieversorger und Stadtwerke die Multinorm-Kleidung häufig um Warnschutz nach EN ISO 20471, damit Sie an vielbefahrenen Anlagen auch bei schlechter Sicht erkennbar bleiben.

EN 61482 APC1 und APC2

Störlichtbogenschutz

für Arbeiten an Hochvoltbatterien oder Schaltanlagen

Jetzt ansehen →

Arbeiten unter Spannung

Arbeiten unter Spannung folgen der DGUV Information 203-077, dem zentralen deutschen Auswahlverfahren für persönliche Schutzausrüstung gegen Störlichtbögen. Die aktuelle Fassung wurde 2020 deutlich erweitert, von 56 auf 108 Seiten.

Störlichtbogen-Schutzkleidung schützt dabei nur vor der thermischen Wirkung des Lichtbogens, nicht vor Stromdurchfluss durch den Körper. Für den direkten Kontakt mit spannungsführenden Teilen brauchen Sie zusätzlich isolierende Handschuhe nach EN 60903 und isolierende Schuhe nach EN 50321, wie sie unser Ratgeber zu Elektriker-Handschuhen bis 1.000 Volt beschreibt.

Wie ein komplettes Set aus Schutzkleidung und weiterer PSA für diesen Einsatzbereich zusammenspielt, erklären wir im Detail in unserem Grundlagenartikel zu Schutzkleidung für Arbeiten unter Spannung.

Hochvolt-Fahrzeuge

Für Arbeiten an Hochvoltsystemen in Fahrzeugen, also über 60 Volt Gleich- oder 30 Volt Wechselspannung, gilt in Deutschland die DGUV Information 209-093 mit vier Qualifizierungsstufen. Stufe 3S ist die höchste Ausbildungsstufe für Arbeiten unter Spannung an Hochvoltbatterien.

Es gelten dieselben Normen wie im übrigen Elektrohandwerk, allen voran Störlichtbogenschutz nach EN 61482-2, ergänzt um Flammschutz und Antistatik. Eine eigenständige PSA-Norm nur für Hochvoltfahrzeuge gibt es nicht.

APC 1 oder APC 2: Wie finden Sie die richtige Störlichtbogen-Schutzklasse?

Ob Sie APC 1 oder APC 2 brauchen, legt nicht der Kleidungshersteller fest, sondern der Betreiber der Anlage anhand der dokumentierten Gefährdungsbeurteilung. Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz muss Ihr Arbeitgeber diese PSA außerdem auf eigene Kosten und in ausreichender Menge bereitstellen.

Für die Schutzwirkung zählt zusätzlich der Aufbau der Kleidung. Ein zweilagiger Aufbau erhöht die Schutzwirkung, weil die innere Textillage als zusätzliche Barriere wirkt, sollte die äußere Lage bei hoher Temperatur aufreißen. Einlagige, leichte Gewebe um rund 220 Gramm pro Quadratmeter bieten dagegen tendenziell weniger Schutz, dafür mehr Tragekomfort bei langen Einsätzen.

Wichtig: Das umgangssprachliche Zwiebelprinzip, mehrere separate Kleidungsstücke einfach übereinanderzuziehen, ist im Normungsprozess der IEC 61482-2 nicht zugelassen. Zwei Teile der Klasse 1 ergeben übereinander getragen keine automatische Klasse 2, weil sich nicht sicherstellen lässt, dass beide Teile im Ernstfall wirklich korrekt übereinander sitzen. Eine Ausnahme bilden vom Hersteller geprüfte und freigegebene Lagenkombinationen aus demselben Kollektionssystem.

Nur in der richtigen Größe funktioniert das Set als geprüfte Einheit. Sitzt die Jacke zu eng oder die Hose zu kurz, verschieben sich Nähte und Überlappungen, die im Test genau für diese Kombination geprüft wurden.

Auf dem Etikett von Störlichtbogen-Schutzkleidung müssen die Normkennzeichnung IEC/EN 61482-1-2 mit dem Klassensymbol APC 1 oder APC 2, das CE-Zeichen und der Verweis auf die EU-Konformitätserklärung nach Verordnung 2016/425 stehen. Fehlt eine dieser Angaben, fragen Sie vor der Bestellung größerer Mengen beim Anbieter nach.

Mehr Details zur Klasse 2 und passenden Sets lesen Sie in unserem Artikel Störlichtbogen Schutzkleidung Klasse 2. Das DGUV-Fachgebiet Elektro- und Feinmechanik erläutert das Auswahlverfahren zusätzlich in seiner Übersicht zum Störlichtbogenschutz.

Wie kaufen Sie Multinorm-Sets im Kolzen-Shop?

Im Kolzen-Shop stellen Sie Bundhose, Jacke und Shirt aus demselben MultiNorm-System zusammen und lassen sie bei Bedarf flammhemmend mit Ihrem Firmenlogo veredeln.

Eine MultiNorm-Bundhose mit Schutz vor Störlichtbogen der Klasse 2, zweilagig, flammhemmend und antistatisch, kostet im Kolzen-Shop beispielsweise ab 189,62 Euro, ein Richtwert für eine einzelne Klasse-2-Hose und kein Marktdurchschnitt.

Für Firmenkunden bietet Kolzen Kauf auf Rechnung und eine schnelle Lieferung, damit Ihr Team ohne lange Wartezeit ausgestattet ist. Bei Fragen zur passenden Schutzklasse oder Stückzahl unterstützt Sie unser Beratungsteam persönlich.

Die passende Multinorm-Ausstattung für Elektriker finden Sie gebündelt in unserer Elektriker-Kategorie.

Vom zertifizierten Einzelteil zum sicheren Gesamtsystem

Die größte Fehlerquelle bei Multinorm-Kleidung ist selten die falsche Norm. Meistens werden geprüfte Einzelteile aus unterschiedlichen Kollektionen gemischt, die einzeln zertifiziert sind, aber nie gemeinsam getestet wurden.

Wenn Sie Hose, Jacke und Shirt aus demselben System beziehen und die Größen sauber aufeinander abstimmen, bleibt die auf dem Etikett zugesicherte Schutzklasse erhalten, egal in welchem der drei Einsatzbereiche Sie unterwegs sind.

Sprechen Sie unser Beratungsteam an, wenn Sie unsicher sind, welche Schutzklasse Ihre Gefährdungsbeurteilung verlangt, oder stellen Sie Ihr Set direkt online zusammen.

Häufige Fragen zu Multinorm-Arbeitskleidung für Elektriker

Reicht eine störlichtbogengeprüfte Jacke allein als Schutz aus?

Nein, eine Jacke nach EN 61482-2 schützt nur vor der thermischen Wirkung des Lichtbogens, nicht vor Stromdurchfluss durch den Körper. Für Arbeiten an spannungsführenden Teilen brauchen Sie zusätzlich isolierende Handschuhe nach EN 60903 und isolierende Schuhe nach EN 50321. Erst die Kombination mehrerer PSA-Teile deckt das tatsächliche Risiko ab.

Ergeben zwei Kleidungsstücke der Klasse APC 1 übereinander die Klasse APC 2?

Nein, das sogenannte Zwiebelprinzip ist im Normungsprozess der IEC 61482-2 nicht zugelassen. Es lässt sich nicht sicherstellen, dass zwei separate Teile im Ernstfall korrekt übereinander sitzen. Nur vom Hersteller geprüfte und freigegebene Lagenkombinationen aus demselben System erreichen eine höhere Klasse.

Wer entscheidet, ob ein Arbeitsplatz APC 1 oder APC 2 benötigt?

Diese Entscheidung trifft der Betreiber der Anlage über eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung. Grundlage ist die berechnete Störlichtbogen-Energie am jeweiligen Arbeitsplatz. Die DGUV Information 203-077 beschreibt das dafür vorgesehene Auswahlverfahren.

Gilt für Arbeiten an Hochvolt-Fahrzeugen eine eigene Schutzkleidungsnorm?

Nein, eine eigenständige PSA-Norm speziell für Hochvoltfahrzeuge gibt es nicht. Je nach Gefährdungsbeurteilung gelten dieselben Normen wie im übrigen Elektrohandwerk, etwa EN 61482-2 für Störlichtbogen und EN ISO 11612 für Flammschutz. Organisatorisch regelt die DGUV Information 209-093 mit den Qualifizierungsstufen S, 2S und 3S, wer an Hochvoltsystemen arbeiten darf.

Wie ist Störlichtbogen-Schutzkleidung korrekt gekennzeichnet?

Auf dem Etikett stehen die Normkennzeichnung IEC/EN 61482-1-2 mit dem Klassensymbol APC 1 oder APC 2, das CE-Zeichen und der Verweis auf die EU-Konformitätserklärung nach Verordnung 2016/425. Fehlt eine dieser Angaben vollständig, ist die Schutzwirkung nicht nachgewiesen. Fragen Sie im Zweifel beim Anbieter nach dem Prüfzertifikat.

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