Nomex Kleidung für Flammhemmung und Schutz 2026
Nomex Kleidung für Flammhemmung und Schutz 2026
Nomex Kleidung schützt in Raffinerien, an Hochvoltbatterien und im Störlichtbogenbereich, weil die Meta-Aramid-Faser bei Hitze nicht schmilzt, sondern verkohlt und sofort eine stabile Schutzbarriere bildet. Seit der Markteinführung 1967 gilt das Gewebe als Standard für flammhemmende Berufskleidung in Raffinerien, der Energiebranche und im Automobilbau.
Für Einkäufer stellt sich 2026 eine neue Frage: Die Marke wechselte gerade den Eigentümer, und der Markt bietet inzwischen mehrere flammhemmende Materialien mit sehr unterschiedlichem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer eine Beschaffungsentscheidung trifft, muss wissen, wo Nomex tatsächlich seinen Vorteil ausspielt und wo ein günstigeres Gewebe genügt.
Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, lohnt sich der Blick auf vier Punkte, die den Unterschied zwischen Komfort und echtem Schutz ausmachen.
Nomex-Fasern verkohlen statt zu schmelzen und bilden dabei sofort eine schützende Isolierschicht gegen Flammen und Hitze.
Seit dem 1. April 2026 gehört die Marke Nomex nicht mehr zu DuPont, sondern zum Werkstoffhersteller Arclin.
Reine Nomex-Schutzkleidung hält laut Herstellerangabe rund 125 Wäschen, FR-Baumwolle schafft nur 25 bis 40.
Kolzen führt Nomex-Modelle wie den HB Nomex Comfort Overall inklusive Firmenlogo-Veredelung im eigenen Sortiment.
Was ist Nomex und wie schützt die Faser vor Flammen?
Nomex ist eine Meta-Aramid-Faser, ein synthetisches aromatisches Polyamid, dessen Flammschutz in der Molekülstruktur selbst steckt und sich deshalb nicht heraus waschen lässt. Trifft die Faser auf Temperaturen ab rund 400 Grad Celsius, schmilzt sie nicht ab, sondern verkohlt und verdickt sich zu einer stabilen Schutzschicht, die Hitze und Flammen von der Haut fernhält, wie ROFA in seinen Gewebeinformationen beschreibt.
Der Weg dorthin begann im Motorsport der 1960er-Jahre. Nach den tödlichen Unfällen von Fireball Roberts, Eddie Sachs und Dave MacDonald 1964 testeten Rennteams ab 1966 erste Fahreranzüge aus der neuen Faser, bevor DuPont sie 1967 offiziell unter dem Namen Nomex vermarktete, wie die Firmengeschichte auf Wikipedia dokumentiert. Feuerwehr, Militär und Industrie übernahmen das Material in den Jahrzehnten danach.
Wichtig für Einkäufer 2026: Nomex ist keine DuPont-Marke mehr. Der Konzern hat sein komplettes Aramidgeschäft mit Kevlar und Nomex für rund 1,8 Milliarden US-Dollar an den Werkstoffhersteller Arclin verkauft, die Übernahme wurde am 1. April 2026 abgeschlossen, wie Arclin in seiner Übernahmemitteilung bekannt gab. Rund 1.900 Mitarbeitende und fünf Produktionsstandorte wechselten dabei den Eigentümer.
Gut zu wissen: Ältere Produktbeschreibungen und Kataloge sprechen noch von „DuPont Nomex". Seit April 2026 gehört die Marke zu Arclin, die Materialeigenschaften und Prüfzertifikate bleiben davon unberührt.
In welchen Berufen ist Nomex Kleidung unverzichtbar?
Nomex-Gewebe kommt überall dort zum Einsatz, wo Beschäftigte mit offener Flamme, Störlichtbögen oder heißen Oberflächen rechnen müssen. Laut Herstellerangabe zählen dazu vor allem diese Branchen:
Energieversorgung und Freileitungsbau: Monteure an Frei- und Mittelspannungsleitungen tragen Nomex gegen Störlichtbögen und Hitzeeinwirkung.
Chemische Industrie und Raffinerien: Nomex schützt vor Stichflammen und thermischen Ereignissen an Anlagen mit brennbaren Medien.
Bergbau: Beschäftigte unter Tage benötigen Schutz vor Zündquellen und heißen Oberflächen.
Elektromonteure und Elektriker: Arbeiten unter Spannung erfordern Störlichtbogenschutz nach IEC/EN 61482.
Ein wachsendes Einsatzfeld ist die Arbeit an Hochvoltbatterien in der Automobilindustrie. Je nach Fahrzeugtyp bewegen sich die Systeme zwischen 60 und 1.500 Volt Gleichspannung beziehungsweise 30 und 1.000 Volt Wechselspannung, weshalb die DGUV Information 209-093 und die Störlichtbogennorm EN 61482-2 festlegen, was ein Overall an dieser Stelle leisten muss, wie BP-Online in seiner Übersicht zur E-Mobilität erläutert. Anfang 2025 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt rund 1,65 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, ein Bestand, der den Bedarf an geprüfter Schutzkleidung für Hochvoltbatterien in Werkstätten und Servicebetrieben spürbar wachsen lässt.
Ein weiteres Feld erschließt sich gerade erst: Der neue Eigentümer Arclin erprobt Nomex-Papier als Isolierung zwischen den Kupferwicklungen von Elektromotoren, um Überhitzung und Kurzschlüsse zu verhindern, berichtet der Delaware Business Times. Für die Schutzkleidung selbst ändert das nichts, zeigt aber, wie vielseitig die Fasertechnologie über die Bekleidung hinaus eingesetzt wird.
Nomex, Kevlar, Modacryl oder FR-Baumwolle: Welches Material passt zu Ihrem Einsatz?
Nomex punktet bei chemischer Beständigkeit und Langlebigkeit, Kevlar bei mechanischer Reißfestigkeit, Modacryl bei Tragekomfort und Einstiegspreis, FR-Baumwolle bei kurzfristigem Budget. Die Entscheidung hängt davon ab, welches Risiko in Ihrem Arbeitsalltag überwiegt.
Meta-Aramid gegen Para-Aramid: Nomex zählt zu den Meta-Aramiden mit hoher Beständigkeit gegen Säuren und Laugen. Kevlar ist ein Para-Aramid und punktet vor allem mit mechanischer Festigkeit, etwa bei Schnitt- und Stichschutz.
Material | Wirkprinzip | Stärke | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
Nomex (Meta-Aramid) | Verkohlt statt zu schmelzen | Chemikalienbeständig, ATPV 8 bis über 41 cal/cm² | Rund 5 Jahre / 125 Wäschen |
Kevlar (Para-Aramid) | Hochfeste Molekülketten | Extrem reißfest, Schnittschutz | Materialabhängig, meist als Mischgewebe |
Modacryl | Chemisch flammhemmend ausgerüstete Synthetikfaser | Weicher Griff, günstiger Einstieg | Mehrere Jahre, je nach Mischung |
FR-Baumwolle | Oberflächlich flammhemmend ausgerüstet | Hoher Tragekomfort | Rund 1 Jahr / 25 bis 40 Wäschen |
Die ATPV-Werte, also die Energiemenge, die ein Gewebe im Störlichtbogen abhält, reichen bei Nomex-Systemen laut Herstellerangabe von 8 bis über 41 cal/cm², abhängig von Gewebevariante und Schutzklasse. MultiNorm-Kleidung auf Nomex-Basis kombiniert dafür meist mehrere Normen in einem Kleidungsstück:
EN ISO 11612 für Hitze und Flamme
EN ISO 11611 für Schweißarbeiten
EN 1149-5 für antistatische Ableitung
IEC/EN 61482-1-2 für Störlichtbogenschutz
EN 13034 Typ 6 für Chemikalienspritzschutz
Wer zusätzlich Ex-Zonen oder brennbare Stäube im Blick hat, findet passende Ergänzungen in unserem Sortiment an flammhemmender antistatischer Schutzkleidung.
Wie lange hält Nomex Kleidung und was kostet sie im Vergleich?
Nomex-Schutzkleidung hält laut Herstellerangabe rund fünf Jahre beziehungsweise bis zu 125 Wäschen ohne Leistungseinbußen, während flammhemmend ausgerüstete Baumwollanzüge im Schnitt nur ein Jahr oder 25 bis 40 Wäschen erreichen, wie DuPonts Fachartikel zum Thermoschutz darlegt. Der höhere Anschaffungspreis relativiert sich damit über die Nutzungsdauer.
Herstellerangabe zur Kosten pro Einsatz: Laut DuPont-Marketingdaten für die Öl- und Gasbranche liegen die Kosten pro Einsatz eines Nomex-Kleidungsstücks im Schnitt rund 45 Prozent unter denen eines flammschutzmittelbehandelten Baumwollteils. Diese Zahl stammt vom Hersteller, keine unabhängige Studie hat sie bislang bestätigt.
Am Markt zeigt sich eine deutliche Preisspanne. Reine Nomex-Jacken etwa von ROFA kosten je nach Modell zwischen rund 245 und 290 Euro, ein Nomex-Overall bis zu 573 Euro, wie die ROFA-Produktlinie Nomex zeigt, während Modacryl- oder Aramidmisch-MultiNorm-Shirts und -Hosen meist zwischen 30 und 90 Euro liegen. Diese Werte sind Richtwerte aus Herstellerkatalogen, kein Marktdurchschnitt, geben aber eine realistische Orientierung für die Budgetplanung.
Wie pflegen Sie Nomex Schutzkleidung, ohne die Schutzwirkung zu verlieren?
Nomex-Schutzkleidung darf laut Pflegehinweisen bei bis zu 60 Grad Celsius gewaschen werden, reines Nomex-Gewebe laut Feuerwehr-Pflegeanleitung sogar bis 95 Grad, wie die Pflegehinweise des Landesfeuerwehrverbands Kärnten festhalten. Entscheidend ist, was Sie dabei weglassen.
Waschtemperatur: Bis 60 Grad Celsius, reines Nomex-Gewebe je nach Herstellerangabe auch bis 95 Grad.
Weichspüler: Vermeiden, da er die Faseroberfläche beschichtet und die Schutzwirkung mindert.
Bleichmittel: Tabu, da es die Aramidstruktur angreift und die Lebensdauer verkürzt.
Wer diese drei Punkte beachtet, holt aus einem Nomex-Kleidungsstück tatsächlich die vollen 125 Wäschen heraus, statt nach wenigen Wäschen Schutzwirkung und Anschaffungswert zu verlieren.
Welche Nomex Kleidung führt Kolzen und wie läuft die Logo-Veredelung?
Kolzen führt reine Nomex-Markenware wie den HB Nomex Comfort Overall und die HB Nomex Comfort MultiNorm Jacke im eigenen Shop, jeweils mit Störlichtbogenschutz der Klasse 4 kA und APC1. Die Jacke bringt rund 260 Gramm Materialgewicht pro Quadratmeter mit und kostet je nach Ausführung zwischen 172,36 und 259,04 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Für Firmenkunden veredeln wir Nomex-Kleidung mit Logo-Druck oder Stickerei, sodass Schutz und Corporate Identity in einem Kleidungsstück zusammenkommen. Geben Sie bei der Anfrage am besten gleich Tätigkeit, benötigte Norm, Größenmix und Stückzahl an, dann erhalten Sie ein passgenaues Angebot ohne Umwege.
Nomex-Kleidung als langfristige Sicherheitsinvestition
Der Eigentümerwechsel zu Arclin ändert nichts an der Physik hinter Nomex: Die Faser verkohlt weiterhin, statt zu schmelzen, und genau das macht sie in Raffinerien, an Hochvoltbatterien und im Störlichtbogenbereich unersetzlich. Der eigentliche Vergleichsmaßstab ist ohnehin nicht der Etikettenpreis, sondern die Kosten pro Einsatz über mehrere Jahre Nutzungsdauer.
Wer Modacryl oder FR-Baumwolle einsetzt, tauscht niedrigere Anschaffungskosten gegen häufigeren Ersatz und ein geringeres chemisches Restrisiko ein. Für Tätigkeiten mit echter Flammen-, Störlichtbogen- oder Chemikaliengefährdung bleibt Nomex die verlässlichere Wahl.
Prüfen Sie anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung, welche Norm für Ihren Arbeitsplatz vorgeschrieben ist, und werfen Sie einen Blick in unser komplettes Sortiment an flammhemmenden Schutzlösungen, um Modelle, Größen und Veredelungsoptionen direkt zu vergleichen.
Häufige Fragen zu Nomex Kleidung
Ist Nomex Kleidung feuerfest oder nur flammhemmend?
Nomex ist inhärent flammfest, nicht feuerfest im Sinne absoluter Unversehrbarkeit. Die Faser schmilzt nicht und tropft nicht ab, sondern verkohlt bei Hitzeeinwirkung und bildet dadurch eine schützende Barriere, die Verbrennungen begrenzt statt sie vollständig auszuschließen.
Gehört Nomex noch zu DuPont?
Nein, seit dem 1. April 2026 nicht mehr. DuPont hat sein gesamtes Aramidgeschäft mit den Marken Kevlar und Nomex für rund 1,8 Milliarden US-Dollar an den Werkstoffhersteller Arclin verkauft, die Faserqualität und bestehenden Zertifizierungen bleiben davon unberührt.
Bei welcher Temperatur darf ich Nomex Schutzkleidung waschen?
Die meisten Nomex-Kleidungsstücke vertragen bis zu 60 Grad Celsius, reines Nomex-Gewebe laut Feuerwehr-Pflegehinweisen sogar bis 95 Grad. Verzichten Sie dabei konsequent auf Weichspüler und Bleichmittel, da beide die Schutzwirkung der Faser beeinträchtigen.
Wie viele Wäschen hält Nomex-Kleidung im Vergleich zu FR-Baumwolle?
Nomex-Schutzkleidung erreicht laut Herstellerangabe rund 125 Wäschen über etwa fünf Jahre Nutzungsdauer. Flammhemmend ausgerüstete Baumwollanzüge schaffen im Schnitt nur 25 bis 40 Wäschen, bevor die Schutzausrüstung spürbar nachlässt.
Welche Norm gilt für Nomex Kleidung bei Arbeiten an Hochvoltbatterien?
Maßgeblich sind die DGUV Information 209-093 sowie die Störlichtbogennorm EN 61482-2, da Hochvoltsysteme je nach Fahrzeug zwischen 60 und 1.500 Volt Gleichspannung liegen. Nomex-MultiNorm-Kleidung erfüllt diese Anforderungen zusätzlich zu Hitze- und Flammschutz nach EN ISO 11612.