Handschuhe für Mechaniker, Schweisser oder Schnittschutz Handschuhe. Arbeitshandschuhe
hoher Schutz für anspruchsvolle Einsätze
Arbeitshandschuhe für anspruchsvolle Einsätze
Arbeitshandschuhe schützen Hände zuverlässig vor mechanischen, thermischen und elektrischen Gefahren. Je nach Einsatzgebiet kommen unterschiedliche Materialien, Normen und Schutzklassen zum Einsatz. Von flammhemmenden Handschuhen über Schutz bei Störlichtbögen bis hin zu Kälteschutz für Gefrierhäuser – die richtige Auswahl ist entscheidend für Sicherheit und Tragekomfort.
Wichtige Normen und Klassifizierungen im Überblick
Arbeitshandschuhe werden in Europa vor allem nach folgenden Normen klassifiziert:
- EN 388 – Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken (Abrieb, Schnitt, Weiterreißen, Durchstich, teilweise Schnitt nach ISO 13997).
- EN 407 – Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken (Hitze und/oder Flammen).
- EN 511 – Schutzhandschuhe gegen Kälte (Konvektionskälte, Kontaktkälte, Wasserdichtigkeit).
- EN 61482-1-2 – Schutzkleidung gegen die thermischen Gefahren eines Lichtbogens (u. a. Kennzeichnung Klasse 1 und 2).
- EN 60903 – Schutzhandschuhe aus isolierendem Material für Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen (Elektrikerschutzhandschuhe).
Die jeweiligen Piktogramme und Leistungsstufen auf dem Handschuh geben Auskunft darüber, wovor der Handschuh schützt und in welcher Intensität.
Flammhemmende Handschuhe
Eigenschaften und Schutzleistung
Flammhemmende Arbeitshandschuhe sind so konzipiert, dass sie die Entflammbarkeit reduzieren und im Idealfall selbstlöschend wirken, sobald die Zündquelle entfernt wird. Typische Merkmale:
- Verwendung von hitzebeständigen Fasern (z. B. Aramid, spezielle flammhemmende Mischgewebe).
- Oft geprüft nach EN 407 (z. B. Kontaktwärme, Konvektionswärme, Strahlungswärme, kleine Spritzer geschmolzenen Metalls).
- Gute Passform und Beweglichkeit, um auch bei hohen Temperaturen sicher arbeiten zu können.
Typische Einsatzbereiche
Flammhemmende Handschuhe kommen überall dort zum Einsatz, wo Funkenflug, Hitze oder offene Flammen auftreten können, z. B.:
- Metallbau, Schweißen, Schleifarbeiten (je nach Ausführung auch kombiniert mit Mechanikschutz).
- Industrieanlagen mit erhöhtem Brandrisiko.
- Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten in Bereichen mit heißen Oberflächen.
Handschuhe mit Schutz vor Störlichtbogen (Klasse 2)
Was bedeutet Störlichtbogen Klasse 2?
Bei Arbeiten an elektrischen Anlagen kann es zu Störlichtbögen kommen – extrem kurzzeitigen, aber sehr energiereichen Entladungen. Handschuhe mit Schutz vor Störlichtbogen nach EN 61482-1-2, Klasse 2 sind für höhere Lichtbogenenergien ausgelegt als Klasse 1 und bieten:
- Schutz vor starker Hitzeentwicklung und kurzzeitiger Flammeneinwirkung.
- Reduziertes Risiko von Verbrennungen an den Händen.
- In der Regel Kombination mit weiteren PSA-Komponenten (Lichtbogenschutzkleidung, Helm, Visier).
Einsatzbereiche von Lichtbogenschutzhandschuhen
Typische Anwendungen:
- Arbeiten an Schaltanlagen und Verteilungen im Mittelspannungsbereich (gemäß Gefährdungsbeurteilung).
- Wartung und Instandhaltung in Energieversorgungsunternehmen.
- Industrieanlagen mit komplexen elektrischen Installationen.
Wichtig: Lichtbogenschutzhandschuhe sind Teil eines kompletten Lichtbogenschutzkonzepts und ersetzen nicht die Pflicht zur fachgerechten Arbeitsvorbereitung und Abschaltung, sofern möglich.
Elektriker-Handschuhe (isolierende Schutzhandschuhe)
Isolationsschutz und Normen
Elektriker-Handschuhe nach EN 60903 bieten elektrische Isolation und werden in verschiedene Spannungs- und Gebrauchsklassen eingeteilt. Kennzeichnend sind:
- Spezielle Gummi- oder Elastomer-Materialien mit definierten Durchschlagsfestigkeiten.
- Prüf- und Kennzeichnungspflichten je nach Spannungsebene (z. B. für Niederspannungs- oder Hochspannungsanwendungen).
- Häufig in Kombination mit einem mechanischen Überziehhandschuh, um das empfindliche Isoliermaterial vor Beschädigung zu schützen.
Typische Anwendungen von Elektriker-Handschuhen
Elektriker-Handschuhe kommen vor allem dort zum Einsatz, wo unter Spannung oder in der Nähe spannungsführender Teile gearbeitet werden muss, z. B.:
- Montage- und Servicearbeiten an elektrischen Anlagen.
- Prüf- und Messarbeiten in Verteilungen und Schaltschränken.
- Instandhaltung an Maschinen mit elektrischen Antrieben.
Auch hier gilt: Die Auswahl der Handschuhe erfolgt immer auf Basis der Gefährdungsbeurteilung und der elektrischen Parameter (Spannung, Netzform, Arbeitsabstand).
Handschuhe für Gefrierhäuser
Spezieller Kälteschutz bei extrem niedrigen Temperaturen
In Gefrierhäusern herrschen oft Temperaturen von –20 °C bis weit darunter. Handschuhe für diesen Bereich sind speziell auf Dauerkälte und Feuchtigkeit ausgelegt:
- Prüfungen nach EN 511 (Kälteschutz), oft kombiniert mit EN 388 (Mechanik).
- Mehrschichtige Konstruktion mit isolierenden Futtermaterialien und außenliegenden, robusten Hüllen.
- Gute Griffigkeit bei Nässe und Frost, z. B. durch spezielle Beschichtungen.
Einsatzbereiche von Gefrierhaus-Handschuhen
Sie kommen vor allem in Branchen zum Einsatz, in denen über längere Zeit in Tiefkühlumgebungen gearbeitet wird:
- Logistik und Lagerhaltung in Tief- und Kühlhäusern.
- Lebensmittelindustrie und -verarbeitung im Tiefkühlbereich.
- Kommissionierung und Verpackung in Gefrierzonen.
Neben der Isolationsleistung ist eine ausreichende Fingerbeweglichkeit wichtig, um Tätigkeiten wie Greifen, Sortieren oder Bedienen von Geräten sicher ausführen zu können.
Winterarbeitshandschuhe
Schutz vor Kälte im Außenbereich
Winterhandschuhe für die Arbeit sind für wechselnde Bedingungen im Freien ausgelegt – von Kälte und Wind bis hin zu Feuchtigkeit:
- Häufig zertifiziert nach EN 511 (Kälte) und EN 388 (Mechanik).
- Kombination aus Wärmeisolation, Atmungsaktivität und Wetterbeständigkeit.
- Optional mit wasserabweisenden oder wasserdichten Materialien, um Durchnässung zu vermeiden.
Typische Einsatzfelder
Winterarbeitshandschuhe eignen sich für eine Vielzahl von Tätigkeiten im Außenbereich:
- Baugewerbe, Montage, Handwerk im Winter.
- Garten- und Landschaftsbau, Kommunalbetriebe, Straßen- und Winterdienst.
- Logistik, Be- und Entladen von Lkw, Arbeiten im Außenlager.
Je nach Tätigkeit stehen Modelle mit mehr Fingerfertigkeit (z. B. für Montagearbeiten) oder mit extra starker Isolation (für längere Aufenthalte in der Kälte) zur Verfügung.
Fazit: Den richtigen Handschuh für jede Gefahrensituation wählen
Die Auswahl des passenden Arbeitshandschuhs hängt immer von den konkreten Gefährdungen am Arbeitsplatz ab – ob Hitze, Flamme, Lichtbogen, elektrische Spannung oder extreme Kälte. Normen, Schutzklassen und Einsatzempfehlungen bieten wichtige Orientierung. Eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung, fachkundige Beratung und die Einbindung in ein ganzheitliches PSA-Konzept sind entscheidend, damit der Handschuh genau den Schutz bietet, der benötigt wird.