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in Verbindung mit Industriehelmen EN 397 oder Kletterhelme EN 12492
Industriehelme für Elektriker nach EN 50365 in Verbindung mit EN 397 oder EN 12492
Elektriker-Helme sind speziell für Arbeiten in der Nähe spannungsführender Teile konzipiert. Sie verfügen über eine geprüfte elektrische Isolation, die das Risiko eines Stromschlags reduziert und gleichzeitig den Kopf zuverlässig vor mechanischen Gefahren schützt. Besonders sicher sind Industriehelme, die nach EN 50365 geprüft und zusätzlich nach EN 397 oder EN 12492 zertifiziert sind – so verbinden sie elektrischen Schutz mit klassischem Industrie- bzw. Höhen-Schutz.
Was zeichnet Elektriker-Helme nach EN 50365 aus?
Helme nach EN 50365 sind elektrisch isolierende Schutzhelme für Arbeiten an Niederspannungsanlagen. Sie sind so konstruiert, dass sie:
- eine definierte elektrische Isolation gegenüber spannungsführenden Teilen bieten
- keine freiliegenden Metallteile besitzen, die Strom leiten könnten
- in der Regel ohne Belüftungsöffnungen ausgeführt sind, um das Eindringen von Spannung zu verhindern
Damit eignen sich solche Helme für Umgebungen, in denen unbeabsichtigter Kontakt oder gefährliche Annäherung an unter Spannung stehende Teile nicht ausgeschlossen werden kann, z. B. in Schaltanlagen, Trafostationen oder an Niederspannungsleitungen.
Normen & Zertifizierungen im Überblick
EN 50365 – Elektrische Isolation bei Niederspannung
Die Norm EN 50365 legt die Anforderungen an elektrisch isolierende Helme für Arbeiten an oder in der Nähe von Niederspannungsanlagen fest (typischerweise bis 1.000 V AC bzw. 1.500 V DC).
Wesentliche Merkmale:
- Geprüfte elektrische Durchschlagsfestigkeit
- Begrenzter Ableitstrom bei definierten Prüfspannungen
- Verbot von leitfähigen Bauteilen, die von außen berührt oder innen durchschlagen könnten
- Kennzeichnung als elektrisch isolierender Helm nach EN 50365 (z. B. „Class 0“)
Ein Helm mit EN-50365-Zertifizierung reduziert wirksam das Risiko eines gefährlichen Stromflusses über den Kopf des Trägers, wenn dieser versehentlich in die Nähe spannungsführender Teile kommt.
EN 397 – Industrie-Schutzhelm für klassische Anwendungen
Die Norm EN 397 beschreibt die Anforderungen an industrielle Schutzhelme, wie sie auf Baustellen, in Produktionsbetrieben und Werkstätten üblich sind.
Prüfkriterien sind u. a.:
- Stoßdämpfung bei fallenden Gegenständen
- Durchdringungsfestigkeit (z. B. spitze, fallende Objekte)
- Flammenbeständigkeit
- Optional: Zusatzprüfungen wie niedrige Temperatur, seitliche Verformung oder kurzzeitiger Kontakt mit elektrischen Leitungen
Ein Elektrikerhelm mit Kombinationszertifizierung EN 50365 / EN 397 vereint also:
- elektrische Isolation nach EN 50365
- mechanischen Kopfschutz nach EN 397, wie er in der Industrie üblich ist
Damit eignet er sich optimal für Elektroarbeiten in klassischen Industrieumgebungen.
EN 12492 – Helme für Arbeiten in der Höhe
Die Norm EN 12492 stammt ursprünglich aus dem Bergsportbereich und regelt Helme für Bergsteiger und Kletterer. Für industrielle Anwendungen wird sie genutzt, wenn Arbeiten in der Höhe durchgeführt werden, z. B. auf:
- Strommasten
- Dachanlagen
- Windkraftanlagen
- Gerüsten oder Hubarbeitsbühnen
Charakteristisch sind:
- Hohe Stoßdämpfung auch bei seitlichen Stößen
- Fester Kinnriemen, der ein Herabfallen des Helms bei Sturz oder starker Bewegung verhindert
Elektrikerhelme, die EN 50365 mit EN 12492 kombinieren, sind ideal, wenn elektrische Gefährdung und Absturzgefahr zusammen auftreten, z. B. bei Leitungsbau, Freileitungsarbeiten oder in Windparks. Wichtig ist hier, dass trotz der Höhen-Spezifikation alle Anforderungen an die elektrische Isolation erfüllt bleiben (z. B. keine durchgehenden Lüftungsöffnungen im isolierten Bereich).
Kombinierte Kennzeichnung: EN 50365 + EN 397 oder EN 12492
Ein moderner Elektriker-Helm kann z. B. folgende Kennzeichnung tragen:
- EN 50365 – elektrisch isolierender Helm für Niederspannungsanlagen
- EN 397 – Industriehelm z. B. für Baustelle/Produktion
- oder
- EN 50365 – elektrisch isolierend
- EN 12492 – Kletter-/Industriekletterhelm für Arbeiten in der Höhe
Die Kombination bedeutet: Der Helm wurde nach allen genannten Normen geprüft und erfüllt sowohl die elektrischen als auch die mechanischen Schutzanforderungen der jeweiligen Normen. So können Unternehmen mit einem Helmmodell mehrere Risikoarten gleichzeitig abdecken.
Vorteile von Elektrikerhelmen nach EN 50365 in Verbindung mit EN 397 oder EN 12492
Mehrfachschutz mit nur einem Helm
- Elektrischer Schutz vor gefährlichen Berührspannungen dank geprüfter Isolation (EN 50365)
- Mechanischer Schutz vor Stößen und herabfallenden Gegenständen (EN 397 oder EN 12492)
- Optional: Erweiterte Schutzfunktionen wie Seitenschutz, Kältebeständigkeit oder Flammwidrigkeit (Zusatzanforderungen der Normen)
Erhöhte Sicherheit bei Alltagsarbeiten
Elektriker-Helme nach EN 50365 sind für den praktischen Einsatz konzipiert:
Sie lassen sich mit Gesichtsschutz, Schutzbrillen, Gehörschutz oder Kommunikationssystemen kombinieren, ohne den elektrischen und mechanischen Schutz zu beeinträchtigen (sofern vom Hersteller freigegeben). Das erhöht die Sicherheit im Arbeitsalltag deutlich, ohne den Tragekomfort zu vernachlässigen.
Rechtssicherheit und Normkonformität
Die Verwendung von Helmen, die sowohl EN 50365 als auch EN 397 oder EN 12492 erfüllen, unterstützt Unternehmen dabei, ihre Pflichten aus Arbeitsschutzgesetzen, DGUV-Regeln und internen Sicherheitsrichtlinien zu erfüllen.
- Einfache Nachweisführung durch klare Kennzeichnung auf dem Helm
- Unterstützung bei Gefährdungsbeurteilungen und Prüfungen durch Aufsichtsbehörden
- Einheitlicher PSA-Standard im gesamten Unternehmen
Typische Einsatzbereiche von Elektriker-Helmen
Elektriker-Helme mit EN 50365 in Verbindung mit EN 397 oder EN 12492 kommen überall dort zum Einsatz, wo elektrische Gefahr mit mechanischen Risiken kombiniert ist.
Energieversorger, Netzbetreiber & Schaltanlagen
- Arbeiten in Umspannwerken und Schaltstationen
- Schalthandlungen und Wartungsarbeiten an Niederspannungsverteilungen
- Montagen und Reparaturen an Kabelverteilerschränken und Hausanschlusspunkten
Hier steht die elektrische Isolation im Vordergrund, kombiniert mit Schutz vor herabfallenden Werkzeugen, Bauteilen oder Anstoßen an Einbauten.
Industrie, Handwerk & Gebäudetechnik
- Elektroinstallationen in Industriebetrieben, Produktionshallen, Werkstätten
- Instandhaltung, Fehlersuche und Service an Maschinen und Anlagen
- Arbeiten in Gebäudetechnik, z. B. in Technikzentralen, auf Installationskanälen, in Versorgungsschächten
In diesen Bereichen sorgt die Verbindung von EN 50365 + EN 397 für ein ausgewogenes Schutzprofil im industriellen Umfeld.
Arbeiten in der Höhe: Leitungsbau, Windkraft & Telekommunikation
Wer gleichzeitig mit Höhen- und Absturzrisiken sowie elektrischen Gefahren zu tun hat, profitiert von Elektrikerhelmen mit EN 50365 + EN 12492, z. B.:
- Montage und Wartung an Freileitungen und Strommasten
- Arbeiten auf Dächern mit PV-Anlagen oder Dachverteilungen
- Service und Instandhaltung von Windenergieanlagen
- Tätigkeiten an Telekommunikationsmasten, wenn elektrische Gefahren relevant sind
Hier schützt der Helm nicht nur vor Stromschlag, sondern bleibt dank stabilem Kinnriemen auch bei einem Ruck oder Sturz am Kopf und schützt so vor Kopfverletzungen.
Worauf Sie bei der Auswahl eines Elektriker-Helms achten sollten
Passende Normenkombination für das Einsatzprofil
- Nur Elektrotechnik im Innenbereich?
- → Meist genügt ein EN 50365 + EN 397-Helm.
- Arbeiten an elektrischen Anlagen in der Höhe?
- → Prüfen Sie Helme mit EN 50365 + EN 12492.
Wichtig: Achten Sie darauf, dass tatsächlich alle benötigten Normen auf dem Helm gekennzeichnet sind und nicht nur „ähnliche Eigenschaften“ versprochen werden.
Komfort, Ergonomie und Zubehör
- Verstellbare Innenausstattung für sicheren, bequemen Sitz
- Geringes Gewicht für lange Tragezeiten
- Kompatibilität mit Visiersystemen, Gehörschutz oder Stirnlampen
- Schweißband und Belüftungslösungen (sofern mit EN 50365 vereinbar) für besseren Tragekomfort
Ein gut sitzender Helm wird von Mitarbeitenden eher konsequent getragen – ein entscheidender Beitrag zu mehr Sicherheit.
Herstellerangaben & Einsatzgrenzen beachten
Elektrikerhelme bieten zwar einen zusätzlichen Schutz gegen elektrische Gefahren, ersetzen aber keine speziell vorgesehenen Isolierwerkzeuge oder -handschuhe.
- Beachten Sie stets die Gebrauchsanweisung des Herstellers
- Halten Sie die Prüf- und Austauschintervalle gemäß interner PSA-Richtlinie ein
- Setzen Sie den Helm nur im vom Hersteller beschriebenen Spannungs- und Einsatzbereich ein